1, 2, 3, Hitzefrei … oder doch nicht?

Die Hitzewelle hat Europa fest im Griff: Während vielerorts Kinder und Erwachsene die hochsommerlichen Temperaturen in den Feriengebieten genießen, wünscht sich der arbeitende Teil bei 30 Grad plus nur noch „hitzefrei“. Wie heißt das eigentlich in anderen europäischen Ländern und welche Regelungen gibt es dort? Das wollten wir wissen und haben etwas recherchiert.

Die Franzosen sprechen zum Beispiel von „ne pas avoir classe en raison de la canicule“ und die Briten sagen „to have time off because of the weather“. Hier noch ein paar weitere Beispiele:

hitzefrei bekommen/haben
Großbritannien to have time off because of the weather Rumänien a fi scutit de școală din cauza caniculei
Frankreich ne pas avoir classe en raison de la canicule Russland свободный от занятий из-за жары
Italien avere vacanza per il gran caldo Schweden ha skollov på grund av värmen
Kroatien oslobođen obuke zbog vrućine Slowakei imeti prosto zaradi vročine
Niederlande vrij wegens hitte Spanien tener libre de clase por el calor
Polen mieć wolne z powodu upałów Türkei çocukların okulu sıcaktan tatil olması

Genauso unterschiedlich wie die Schreibweise ist auch der Umgang mit Hitzefrei in Europa.

  • Die französische Regierung rät der Bevölkerung, keine anstrengende Arbeit auszuführen, sich regelmäßig nach Angehörigen zu erkundigen und den Körper frisch zu halten.
  • In Ungarn spricht man ab 27 Grad Außentemperatur von der höchsten Warnstufe. Die Medien sind dazu angehalten, die Bevölkerung vor der Hitze zu warnen.
  • In Zypern andererseits gilt eine Hitzewelle erst ab 40 Grad Außentemperatur. Die Arbeit draußen wird dann eingestellt.
  • In Deutschland wird ein Ventilator ab 30 Grad Raumtemperatur empfohlen, wobei die Temperatur die 26-Grad-Grenze nicht überschreiten sollte. Wenn möglich empfiehlt es sich, die Arbeitszeiten anzupassen und die frühen Morgenstunden oder den Abend zu nutzen.
  • Die Italiener können sich bei zu starker Hitze weigern, am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Trotz der Unterschiede finden sich aber auch Ähnlichkeiten im Umgang mit der Hitze. Alle Arbeitgeber sind dazu angehalten, den Arbeitnehmern ausreichend Getränke zur Verfügung zu stellen. Außerdem gilt besondere Vorsicht bei Alten, Kranken, Schwangeren und Kindern. Sie sind besonders gefährdet bei der Hitze.

In unserer Redaktion in Hamburg wissen wir uns auch zu helfen: mit kühlen Tüchern, Ventilatoren, viel Obst und eiskalten Getränken. Aber wenn es noch Tage so weiter gehen sollte, denken wir definitiv über „hitzefrei“ nach.


Beitragsbild: Fotolia #200919047 | Urheber: John Smith

Dirk Herzog

Über Dirk Herzog

Dirk Herzog schreibt seit vielen Jahren über Bildungs- und Schulprojekte. Beim Wortschatz-Blog kümmert er sich um die Themenplanung und redaktionellen Abläufe.

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