Schüler hält Tablet mit der App Kahoot in der Hand

Apps im Französischunterricht: Kahoot! und Stop Motion

Spricht man über Digitalisierung und Technologisierung in der Schule, wird schnell die gesellschaftliche Ambivalenz gegenüber den neuen Medien deutlich – und oftmals auch die Unwissenheit über das mögliche Potenzial der Digitalisierung. Ich stehe der digitalen Entwicklung weitgehend positiv gegenüber und versuche, ihren motivierenden Aspekt sinnstiftend im Schulalltag aufzugreifen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ich die Vorteile des traditionell analogen Unterrichtens außer Acht lasse, keineswegs! Allerdings kommen wir Lehrkräfte im Zuge des Digitalisierungsprozesses nicht umhin, uns intensiver mit den medialen Einsatzmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

iPads und Apps in der Schule

Wenn man beschließt, in der Schule iPads einzuführen, kommt man in der Organisations- und Planungsphase irgendwann an einen Punkt, an dem man über fächerübergreifende und fachspezifische Apps spricht. Ich bin der Meinung, dass viele Apps wirklich schülernah sind und eine Lerngruppe bei sinnvoller Anwendung kognitiv aktivieren und verwickeln können. Aus diesem Grund möchte ich heute zwei fächerunspezifische Apps vorstellen, die ich selbst in Fortbildungen kennen gelernt und auch bereits im Unterricht angewendet habe.

Unterricht mit der Quiz-App Kahoot!

Allgemein gesagt kann man Kahoot! mit „Wer wird Millionär“ gleichsetzen. In dieser Hinsicht gleicht das Tool der App „Plickers“ (mehr darüber in diesem Blogbeitrag). Die Lehrkraft konzipiert im Vorfeld Fragen zu einem bestimmten Thema und überlegt sich entsprechende Antworten. Die Lerngruppe hat dann vier Antwortmöglichkeiten. Bei einer richtigen Antwort erhalten die Schülerinnen und Schüler Punkte, auch die Antwortgeschwindigkeit zählt dabei. Um den Motivationsfaktor hochzuhalten, wird nach jeder Frage der Punktestand angezeigt.

Die App kann während oder zum Abschluss einer Unterrichtseinheit eingesetzt werden, um zum Beispiel inhaltliche sowie interkulturelle oder grammatikalische Aspekte abzufragen.

Hinzuzufügen sei, dass die Lernenden nicht zwangsläufig ein iPad/Tablet benötigen, um die App nutzen zu können. Ein Handy reicht vollkommen aus, sofern dies nicht die Handynutzungsregeln an der Schule konterkariert.

Die App Stop-Motion im Unterricht

Animationsfilme faszinieren Groß und Klein! Diese Tatsache kann man nutzen und die App „Stop Motion“ in den Unterricht integrieren. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Regie, Schnitt oder Kamera und erstellen mit Hilfe des iPads/Tablets oder dem Handy einen eigenen Film. Bisher habe ich die App in meinem Zweitfach Erdkunde eingesetzt. Allerdings lässt sich die grundlegende Vorgehensweise auch auf den Fremdsprachenunterricht übertragen.

Die Lerngruppe hat von mir differenzierte Themen zugewiesen bekommen und eine umfangreiche Arbeitsanweisung erhalten. Das ist wichtig, damit die Lernenden wissen, welche Kriterien einen guten Film ausmachen, wann er fertig gestellt werden muss, wie lang er maximal dauern darf und welche Materialien (Knete, Playmobil, Lego etc.) sie verwenden dürfen. Besonders wichtig war mir, dass sie nicht unmittelbar losfilmen, sondern sich vorab Gedanken machen, wie der Film am Ende visuell und inhaltlich aussehen soll. Hier bietet es sich an, ein Storyboard von den Schülerinnen und Schülern erstellen zu lassen.

Bevor die einzelnen Gruppen allerdings mit dem Filmen loslegen durften, mussten sie mir ihre Idee und die Inhalte erläutern, sodass ich sie schon vorab auf mögliche Fehler hinweisen konnte. Besonders motivierend kann ein abschließender klassen- oder kursinterner Wettbewerb sein. Mithilfe der vorab festgelegten Kriterien lassen sich die Filme gut beurteilen und miteinander vergleichen.

Storyboard und Requisiten: Vorbereitung für einen Film mit der App Stop Motion

Storyboard und Requisiten: Vorbereitung für einen Film mit der App Stop Motion

Einsatz im Fremdsprachenunterricht

Wie kann man aber nun diese App in den Fremdsprachenunterricht integrieren? An dieser Stelle ist der Kreativität der Lehrenden keine Grenzen gesetzt. In der Sekundarstufe I kann die Lerngruppe beispielsweise einen Dialog, ein Explainity (Erklärvideo) zu einer ausgewählten Grammatik oder eine „bewegliche“ Word Cloud zu einem themenspezifischen Wortschatz konzipieren. Auch in der Sekundarstufe II lassen sich die vorab genannten Einsatzmöglichkeiten realisieren und entsprechend der inhaltlichen Komplexität sowie Tiefe anpassen. Wer sich noch intensiver mit dieser App beschäftigen möchte, dem empfehle ich das Padlet von Mr. Tee oder die Homepage des Jugendnetzes Berlin.

Apps im Unterricht: Seid mutig und probiert aus!

Im Bereich der Digitalisierung gibt es immer Vor- und Nachteile. Ich finde aber, dass man als Lehrkraft dennoch mutig sein und sich digital im Unterricht ausprobieren sollte. Das heißt nicht, dass beispielsweise die vorgestellten Apps das einzige lernfördernde Nonplusultra sind. Aber wir Lehrkräfte schaffen es nur durch Ausprobieren und Erfahrungen sammeln, unser eigenes digitales Konzept zu erstellen, das auch die bereits mediatisierte und technologisierte Lebenswelt unser Schüler und Schülerinnen berührt.

 


Beitragsbild: Kahoot!

Catharina Girmann

Über Catharina Girmann

Catharina-Dorothea Girmann hat die Fächer Französisch und Erdkunde studiert und arbeitet seit fünf Jahren am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Stadtlohn. Besonders die neuen Medien in Kombination mit dem Wortschatzerwerb haben es ihr angetan, so dass diese regelmäßig im (Fremdsprachen-) Unterricht ihren Einsatz finden.

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