Book in a Box – Geschichten aus der Kiste

Kreative Buchvorstellungen mit Schuhkartons

Das Projekt „Book in a Box“ oder auch Lesekiste genannt, kann in jeder Sprache und in fast allen Jahrgangsstufen durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um eine Form der individuellen Aneignung und Auseinandersetzung mit einer Lektüre sowie eine kreative Form der Buchvorstellung. Ich habe es für eine Buchvorstellung im 11. Jahrgang eingesetzt – zum ersten Mal.

Aufgabenstellung: einen Schuhkarton zum Buch befüllen und gestalten

Die Schülerinnen und Schüler haben von mir die Aufgabe erhalten, nach der Lektüre eines englischen Buches Assoziationen und zentrale Ideen zum Buch zu sammeln und mithilfe von Gegenständen in einem Schuhkarton zu visualisieren. Die Gegenstände sollten sie natürlich nicht kaufen, sondern entweder zu Hause zusammensuchen oder selbst basteln. Der Schuhkarton sollte schon von außen den Bezug zum Buch zeigen zum Beispiel durch Verzierungen in Form von Zitaten, Symbolen o.ä.

Wichtig war: Im Karton sollte gesammelt werden, was in dem Buch von zentraler Bedeutung ist. Das konnten Gegenständen mit illustrativem oder auch interpretierendem und symbolischem Charakter sein (z.B. bestimmte Gegenstände oder Farben) – aber auch kleine Spickzettelkärtchen für die Vorstellung waren erlaubt. Für viele war es die erste richtige Präsentation in der Fremdsprache, deswegen wollte ich da nicht so streng sein. Da die Schülerinnen und Schüler die Kiste bei der Buchvorstellung verwenden sollten, mussten sie schon beim Anfertigen des Kartons ihre Vorstellung gliedern, planen und üben. Die Aufgabe zur Lektüre und zum Anfertigen des Schuhkartons habe ich in die Herbstferien gelegt.

Wortschatz selbstständig erarbeitet

Bevor wir nach den Ferien mit den Vorstellungen begannen, fragte ich meine Schülerinnen und Schülern erst einmal, wie sie in den Ferien mit der Aufgabe zurechtgekommen sind. Trotz meines Angebotes hatte sich nämlich niemand gemeldet und nach Hilfe gefragt. Die Resonanz war durchweg positiv. Glücklicherweise hat diese Klasse seit Beginn des Schuljahres extrem schnell eine Routine in der Verwendung des elektronischen Wörterbuchs entwickelt, so dass sie ihren kleinen „wordie“ – wie sie ihn liebevoll nennen – auch bei der Lektüre häufig genutzt haben. Einige ausgewählte Bücher beinhalteten Vokabelhilfen, andere nicht. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass das EX-word sehr viel genutzt wurde.

Beispiel: Ein Schuhkarton für „The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian”

Ein Schüler hatte sich für „The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian” von Sherman Alexie entschieden. Von außen war sein Schuhkarton mit einer Landkarte des Staates Washington beklebt – da spielt das Buch. Den Protagonisten hat der Schüler mit einer abgeänderten Playmobilfigur dargestellt, auch die anderen Figuren fanden sich im Karton im Form von Playmobilfiguren. Darüber hinaus lag darin eine Bierflasche, als Symbol für den Alkoholkonsum. Es gab eine Comic-Zeichnung, da der Protagonist, Arnold, gerne Comics zeichnet. Außerdem ein kleines Spielzeugmotorrad, da auch ein Motorrad im Buch eine Rolle spielt. Das sich im Schuhkarton befindliche Schulheft stand für den im Buch beschriebenen Schulwechsel.

Außerdem lagen kleine Zettelchen mit der Reihenfolge für die Präsentation in der Kiste und lustigerweise auch das EX-word. Der Schüler erzählte im Nachhinein, er hätte es noch nie so viel benutzt wie bei dieser Aufgabe und er wollte auch es bei der Buchvorstellung ggf. benutzen können – deswegen also: rein in den Karton. Leider wollte er nicht, dass ich den Karton fotografiere. Das war ihm unangenehm – sehr schade!

Fazit: viele Bücher, viele Diskussionen, viele neue Wörter

Es wurde sehr viel von den zuhörenden Schülerinnen und Schülern nachgefragt und über die Kartoninhalte diskutiert. Bei jeder einzelnen Buchvorstellung wollten sie unbedingt den Inhalt richtig verstehen. An manchen Stellen fehlte ihnen für die Nachfragen das Vokabular. Also wurde auch bei dieser Gelegenheit das EX-word oder „wordie“ gezückt und schnell eingetippt. Was will man als Fremdsprachenlehrerin mehr? Meine Klasse fand die Aufgabe super.

Also ein rundum gelungenes Projekt. So mag ich das. Habt Ihr vielleicht noch Ideen, wie ich meinen Schülerinnen und Schülern englische Gedichte schmackhaft machen könnte? Da bin ich nämlich noch auf der Suche. Von daher hoffe ich auf Eure Tipps.

 


Beitragsbild: Alexas_Fotos | Pixabay

Über Eva Bär

Eva Bär ist studierte Diplom-Handelslehrerin mit den Fächern Wirtschaft und Englisch. Sie unterrichtet seit vier Jahren mit viel Leidenschaft an der BBS Buxtehude und auch am RBZ Steinburg in Itzehoe. Ohne Wortschatz kann ihrer Meinung nach gar keine Kommunikation stattfinden und ist somit unerlässlich beim Erlernen einer Fremdsprache.

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