Interaktives Word-Guessing am Whiteboard

Die Vorteile von Lückentexten am Smartboard

Schon seit jeher finden sich Übungen in den Lehrwerken, bei denen die Lernenden Lückentexte mit Vokabeln ergänzen müssen. Oder Texte, die von einem fiktive Mäuschen mit Tintenfußspuren überquert wurden, so dass einzelne Wörter oder Buchstaben nicht zu lesen sind.

Der didaktische Hintergrund solcher Übung ist, denke ich, hinlänglich bekannt. In diesem Artikel möchte ich erklären, wie man eine solche Übung mithilfe eines Whiteboards einfach interaktiv gestalten kann, so dass beim Besprechen Bewegung ins Klassenzimmer kommt und die Lehrperson entlastet wird, da nicht alles an die Tafel geschrieben werden muss.

Einsatzmöglichkeiten der Methode

Wie erwähnt werden aus einem Text einzelne Wörter entfernt oder überdeckt. Wobei sie am Whiteboard eben nicht entfernt, sondern nur verdeckt werden. Ob man direkt am Whiteboard arbeitet oder der Lerngruppe die Texte als Kopien austeilt, hängt vom Einsatz ab. Beides habe ich schon gemacht. Beides ergibt abhängig vom Ziel auch Sinn: Will man das Schriftbild üben, so teilt man Kopien aus. Möchte man dies nicht und die Lerngruppe ist stark genug, kann man dies ohne Kopien durchführen. Die fehlenden Begriffe oder Buchstaben kann man je nach Stärke der Lerngruppe gar nicht vorgeben oder aber unter bzw. neben den Text schreiben. Ebenfalls möglich: Die Wörter werden als Differenzierung zur Wahl an einem anderen, nicht sofort einsehbaren Ort (Rückseite, Tafel, …) aufbewahrt.

Ich habe diese Methode bereits in verschiedenen unterrichtlichen Kontexten eingesetzt. Eine Übersicht:

  • Transfer: Nach der Einführung neuer Vokabeln werden diese in neuen Beispielsätzen ausgeblendet.
  • Wortfelder: alle Begriffe, zum Beispiel zum Thema Möbel
  • Wortarten: Adjektive oder Verben oder Präpositionen, …
  • Texteinführung: Bei höheren, leistungsstärkeren Klassen gebe ich schon einmal einen Text ohne Vokabelvorentlastung in die Klasse, aus dem ich einige Vokabeln entfernt habe. In diesem Fall sind sie nicht einer Wortart oder -familie zuzuordnen, so dass das Einsetzen schneller geht. Ziel ist hier, über ein Scanning schnellstmöglich sinnvolle Sätze zu ergänzen. Bei der Auswahl der Wörter hilft es durchaus, darauf zu achten, dass die gewählten Begriffe nicht in mehrere Lücken passen.
  • … Hier liegt es an Ihnen, entsprechende weitere sinnvolle Kontexte zu kreieren.

Die technische Umsetzung

Wie man Texte in die Smartdatei schreibt, habe ich bereits in vorherigen Artikeln beschrieben. Die einzelnen Schritte:

  1. Text sperren

Hat man den Text in seiner Datei, so sollte man ihn zuerst sperren, so dass er nicht zufällig verschoben werden kann. Hierzu:

    • Text markieren oder wählen
    • Dialogfenster oben rechts mit einfachem Linksklick öffnen
    • Sperren, Verankern (Linksklick). Jetzt ist der Text fixiert.
Schritt 1: Text sperren

Schritt 1: Text sperren

  1. Deckelement kreieren

In der Taskleiste oben kann man sich verschiedene geometrische Formen auswählen. Am besten eignet sich natürlich ein Rechteck. Auch Farben sind frei wählbar. Your choice.

  1. Deckelement konfigurieren

Hat man ein Element gewählt und farblich gestaltet, so gehen wir nun daran, es zu konfigurieren.

Schritte 2 und 3: Deckelemente anlegen und konfigurieren

Schritte 2 und 3: Deckelemente anlegen und konfigurieren

Am einfachsten ist es, das Objekt über das entsprechende Wort zu ziehen und die Größe anzupassen (das geht wie bei allen Bildern oder Objekten in der Textverarbeitung auch).

    • Wie bei 1. öffnen wir wieder das Dialogfenster des Elements oben rechts und klicken auf „Eigenschaften“
    • Auf der linken Seite öffnet sich ein weiteres Fenster, wir wählen „Objektanimation“ und danach „Ausblenden“ oder „Hinausfliegen“.
    • Ebenso Richtung und Geschwindigkeit auswählen (Screenshot drei, Richtung „unten rechts“).
    • Dies für jedes Element wiederholen.
Schritt 3 Alternative: Ein Deckelement immer wieder kopieren und anpassen.

Schritt 3 Alternative: Ein Deckelement immer wieder kopieren und anpassen.

Zeitsparender kann man vorgehen, indem man nur ein Rechteck wählt und die Eigenschaft zuordnet, also zum Beispiel „Hinausfliegen“. Wir drücken wieder den Pfeil am rechten, oberen Rand und wählen dann den „Endloskloner“. Das führtt dazu, dass Sie dieses Element mit allen Eigenschaften beliebig oft per „Drag&Drop“ benutzen können. Lediglich die Größenanpassung gestaltet sich dann etwas schwierig, weil die Elemente leicht verschwinden. Es empfiehlt sich, nach jedem Schritt zu speichern. Verschwindet ein Element versehentlich, weil man es mit der linken Maustaste „berührt“, dann hilft es, einfach eine Seite weiter zu blättern, dann zurück. Nun sollte es wieder da sein.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 


Beitragsbild: Greg Plominski | Pixabay

Matthias Wunsch

Über Matthias Wunsch

Matthias Wunsch ist seit 1998 Realschullehrer für die Fächer Englisch, Technik und Religion. Seit einigen Jahren bereitet er Schülerinnen und Schüler auf den "Preliminary English Test of the University of Cambridge" (CEFR Level B1) vor.

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