Ferienzeit = Wortschatzzeit

Wenn wir unterrichtsfreie Zeit haben und uns nicht im stressigen Schulalltag befinden, warum erleben wir unsere Unterrichtssprache nicht auch vor Ort? So nutze ich die Realbegegnung und erweitere oder reaktiviere meinen eigenen Französisch-Wortschatz in entspannter Atmosphäre.

Besonders in den langen Sommerferien kann es sein, dass der eigene fremdsprachliche Wortschatz ein wenig einrostet. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht: Nach Schulbeginn benötigte ich in den vergangenen Jahren mitunter einige Zeit, um mich wieder ans Französischsprechen zu gewöhnen. Ich durchlebte quasi das Gleiche wie meine Schülerinnen und Schüler.

Ich habe dann beschlossen, dass ich auch in den Ferien meinen Wortschatz erweitern und nicht „vergessen“ möchte. Das sollte aber nicht im Fokus der freien Zeit stehen, sondern am besten en passant und in Verknüpfung mit konkreten Situation vonstatten gehen. Es war somit dann beschlossene Sache, dass ich mindestens eine Woche in den Sommerferien in einem frankophonen Land verbringe – in den anderen Ferien habe ich ja schon durch die Korrektur diverse sprachliche Berührungspunkte. Die letzten drei Jahre habe ich in den langen Ferien dann entweder in Südfrankreich oder auf der Antillen-Insel Saint Martin meinen Urlaub verbracht.

Selbstverständlich verfügt man als Lehrkraft über ein breites Spektrum an unterschiedlichen Wortfeldern. Trotzdem gewinne ich im Urlaub oft den Eindruck, dass bestimmte Wörter zwar im Alltag der Muttersprachler häufig fallen, im Unterricht aber eher eine sekundäre Rolle spielen.

Alltagssituationen und ihre Vorteile

Nun möchte ich von zwei Situationen erzählen, in denen ich prägnant meinen aktiven Wortschatz im Urlaub genau um solche Wörter erweitert oder sie reaktiviert habe.

Restaurant-Wortschatz

Auch nach Jahren des Studiums und Lehrens finde ich immer wieder Speisekarten oder auch die Namen der jeweiligen Lokale interessant. Egal, ob es ein schickes Restaurant oder ein einfacher Imbiss ist, Anregungen, um über Wortschatz nachzudenken, findet man einfach überall!

Beim Betrachten einer Speisekarte oder des Restaurantnamens fallen mir stets Begrifflichkeiten auf, deren Bedeutung sich auch mit anderen Ausdrücken aus der gleichen Wortfamilie verbinden lässt. Nehmen wir das Beispiel des Burger-Restaurants L’Atelier Burger, das ich dieses Jahr in Saint-Tropez besucht habe. Der Leitspruch lautet Saveurs & Qualité.

Als ich den dieses Motto gelesen habe, kam mir allerdings direkt der Ausdruck sans saveur, also „geschmacklos“, in den Sinn. Das hatte aber nichts mit dem Imbiss an sich zu tun! Vielmehr ging es um eine Aussage, die ich einige Tage zuvor beim Flanieren durch die kleinen Gassen von Saint-Tropez gehört habe: C’est sans saveur! – “Das ist geschmacklos!”.

An dieser Stelle sei aber betont, dass ich den konkreten Bezug des Ausdruckes nicht lokalisieren konnte.

Schild des Burger-Restaurants Saveurs & Qualité

Sightseeing-Vokabeln

Eine besonders interessante Möglichkeit der Wortschatzerweiterung bzw. -reaktivierung finde ich häufig auf kulturellen Entdeckungstouren.

So war ich in diesem Sommer in Saint-Tropez im Musée de la Gendarmerie et du Cinéma. Darin konnte man Informationstafeln lesen, interaktive Entdeckungstouren durch das ehemalige Gendarmerie-Gebäude machen und sich Filmausschnitte mit Louis de Funès anschauen. All diese digitalen und analogen Medien waren tolle Gelegenheiten, dass ich mich aktiv, aber nicht verkrampft, mit dem spezifischen Wortschatz der Gendarmerie-Historie und des Kinos auseinandersetzte.

Schild im Musée de la Gendarmerie et du Cinéma in St. Tropez

Die berühmten Gendarm-Filme mit Louis de Funès dürfen im Museum in St. Tropez natürlich nicht fehlen

Die berühmten Gendarm-Filme mit Louis de Funès dürfen im Museum in St. Tropez natürlich nicht fehlen.

Auch die Schülerinnen und Schüler profitieren

Natürlich ist die Realbegegnung im Ausland eine Art der Wortschatzerweiterung bzw. -reaktivierung, die vergleichsweise kostspielig ist. Dennoch sollte man den Mehrwert solcher Reisen nicht unterschätzen. Originalmaterial, wie zum Beispiel Fotos und Prospekte, setze ich gerne im Unterricht ein, um einen authentischen Lernkontext zu schaffen. Auf diese Weise ziehe nicht nur ich einen Vorteil aus meinen Urlaubsreisen – auch meine Schülerinnen und Schüler profitieren davon.

 


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Lernen fürs Leben: Verknüpfungen sind alles

Wortschatz und Grammatik verbinden und visualisieren

Gallia est omnis divisa in partes tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam qui ipsorum lingua Celtae, nostra Galli appellantur.

Bis heute kann ich den ersten Satz aus Cäsars Bellum Gallicum auswendig und erinnere mich noch genau an die Lateinstunde, in der ich die Zeile aufsagen musste.

Gallien ist im Ganzen in drei Teile geteilt, von denen den einen die Belgier bewohnen, den zweiten die Aquitanier und den dritten die, welche in ihrer eigenen Sprache Kelten, in unserer Gallier heißen.

Gut verknüpftes Wissen wird im Langzeitgedächtnis gespeichert und ist im besten Fall ein Leben lang abrufbar. Genau diese Langzeitspeicherung ist das erklärte Ziel einer jeden Unterrichtsstunde. Die Schülerinnen und Schülern lernen nicht nur für 45 Minuten, sondern fürs Leben.

Doch wie gelingt das? Texte werden nicht nur übersetzt, Vokabeln nicht nur auswendig gelernt. Es geht vielmehr darum, die lateinischen Vokabeln und die Grammatik in verschiedenen Kontexten zu nutzen und so im Gedächtnis zu verankern. Wie eine solche Verknüpfung von Vokabeln und Grammatik mit Hilfe des elektronischen Wörterbuches gelingen kann, werde ich in diesem Blogbeitrag erklären.

Als Beispiel nutze ich hierzu die Lektion 12 aus dem Lehrbuch Prima Nova vom C.C. Buchner Verlag. In dieser Lektion wird der Accusativus cum Infinitivo (kurz „AcI“) eingeführt. Diese Konstruktion kommt im Lateinischen sehr häufig vor und wird als Nebensatz übersetzt, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht als solcher erkennbar ist. Umso entscheidender ist es, dass die Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Grammatikregeln und passenden Vokabeln sicher beherrschen.

Der AcI wird durch spezielle Verben ausgelöst. Sie heißen auch „Kopfverben“, da man seinen Geist braucht, um zu glauben, zu wissen, etwas wahrzunehmen, Gefühle zu äußern und sich mitzuteilen. Den AcI nach unpersönlichen Ausdrücken wie zum Beispiel constat (es steht fest) oder iuvat (es macht Freude) nehme ich noch dazu. Um eine Übersicht über die AcI auslösenden Kopfverben zu erstellen, nutze ich im Unterricht eine Mindmap.Im Lektionstext 12 aus dem Lehrbuch Prima Nova geht es um den Helden Horatius Cocles. Mit nur einer Handvoll Männer verteidigte er die strategisch wichtige Brücke Pons Sublicius gegen die Etrusker und beschützte damit Rom vor seinen mächtigen Feinden.

Die Zeilen 18 bis 24 dienen mir als Beispiel:

Horatio confidunt, parent, pontem rescindere instituunt.

Horatium autem hostes gladio petere et cum hostibus pugnare video.

Iam hostes Horatium necavisse puto.

Repente autem Horatium de ponte in aquas Tiberis desilire video.

Et statim pons corruit.

Tusci in ripa remanent. Horatius autem per aquas urbem petit.

Tiberim deum Horatio et comitibus adfuisse constat.

An diesem Abschnitt möchte ich zeigen, welche Schritte im gesamten Lektionstext durchgeführt werden können.

Die Schülerinnen und Schüler bekommen den Auftrag, im Text nach dem Accusativus cum Infinitivo zu suchen. Die Konstruktion sollte dafür natürlich ausführlich besprochen und geübt worden sein. Ebenso sollte ein einheitliches Verfahren zur Markierung im Text abgesprochen worden sein. Ich habe hier den Akkusativ und den Infinitiv mit einer Klammer verbunden, um deutlich zu machen, welche Wörter zum AcI gehören:

Horatio confidunt, parent, pontem rescindere instituunt.

(Horatium autem hostes gladio petere et cum hostibus pugnare) video.

Iam (hostes Horatium necavisse) puto.

Repente autem (Horatium de ponte in aquas Tiberis desilire) video.

Et statim pons corruit.

Tusci in ripa remanent. Horatius autem per aquas urbem petit.

(Tiberim deum Horatio et comitibus adfuisse) constat.

Wenn sich die Schüler ans Werk machen, ist es wichtig, dass nicht nur der Accusativus cum Infinitivo markiert wird, sondern auch das ihn auslösende Verb oder der unpersönliche Ausdruck. Diese werden dann in die Mindmap übertragen. Als Hilfe sollten – wenn vorhanden – elektronische Wörterbücher bereitgestellt werden. So haben es Schülerinnen und Schüler leichter, die richtigen Formen in die Mindmap zu übertragen. Auf diese Weise erweitern sie nicht nur ihren lateinischen Wortschatz, sondern erstellen gleichzeitig auch eine Übersicht für die AcI auslösenden Verben. Auf dieses Wissen können sie während ihrer gesamten Schulzeit zurückgreifen, denn die Übersicht kann im weiteren Unterricht um die entsprechenden Kopfverben ergänzt werden.Durch die verschiedenen Schritte des Markierens, des Übertragens in die Mindmap und letztendlich auch durch die finale Übersetzung und Bearbeitung des Textes werden die Wörter in verschiedenen Kontexten genutzt und können sich so längerfristig im Gedächtnis verankern.

 


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Podcasts – das unterschätzte Format im Englischunterricht

Eine gute Möglichkeit, mit der Lehrkräfte das Hörverstehen im Unterricht fördern können, sind Podcasts. Davon gibt es viele meist kostenlose und frei zugängliche Fundstücke im Netz. Weiterlesen

Bildergeschichten neu erzählt

Für diese Art des kreativen Schreibens benötigt man Bildergeschichten, die ohne Worte in vier bis acht einzelnen Bildern eine abgeschlossene Geschichte erzählen. Sehr gute Erfahrungen habe ich hier vor allem mit den Geschichten von Kurt Erich Ohser gemacht, der unter dem Pseudonym E. O. Plauen seine Geschichten zeichnete. Weiterlesen

1, 2, 3, Hitzefrei … oder doch nicht?

Die Hitzewelle hat Europa fest im Griff: Während vielerorts Kinder und Erwachsene die hochsommerlichen Temperaturen in den Feriengebieten genießen, wünscht sich der arbeitende Teil bei 30 Grad plus nur noch „hitzefrei“. Wie heißt das eigentlich in anderen europäischen Ländern und welche Regelungen gibt es dort? Das wollten wir wissen und haben etwas recherchiert.

Die Franzosen sprechen zum Beispiel von „ne pas avoir classe en raison de la canicule“ und die Briten sagen „to have time off because of the weather“. Hier noch ein paar weitere Beispiele:

hitzefrei bekommen/haben
Großbritannien to have time off because of the weather Rumänien a fi scutit de școală din cauza caniculei
Frankreich ne pas avoir classe en raison de la canicule Russland свободный от занятий из-за жары
Italien avere vacanza per il gran caldo Schweden ha skollov på grund av värmen
Kroatien oslobođen obuke zbog vrućine Slowakei imeti prosto zaradi vročine
Niederlande vrij wegens hitte Spanien tener libre de clase por el calor
Polen mieć wolne z powodu upałów Türkei çocukların okulu sıcaktan tatil olması

Genauso unterschiedlich wie die Schreibweise ist auch der Umgang mit Hitzefrei in Europa.

  • Die französische Regierung rät der Bevölkerung, keine anstrengende Arbeit auszuführen, sich regelmäßig nach Angehörigen zu erkundigen und den Körper frisch zu halten.
  • In Ungarn spricht man ab 27 Grad Außentemperatur von der höchsten Warnstufe. Die Medien sind dazu angehalten, die Bevölkerung vor der Hitze zu warnen.
  • In Zypern andererseits gilt eine Hitzewelle erst ab 40 Grad Außentemperatur. Die Arbeit draußen wird dann eingestellt.
  • In Deutschland wird ein Ventilator ab 30 Grad Raumtemperatur empfohlen, wobei die Temperatur die 26-Grad-Grenze nicht überschreiten sollte. Wenn möglich empfiehlt es sich, die Arbeitszeiten anzupassen und die frühen Morgenstunden oder den Abend zu nutzen.
  • Die Italiener können sich bei zu starker Hitze weigern, am Arbeitsplatz zu erscheinen.

Trotz der Unterschiede finden sich aber auch Ähnlichkeiten im Umgang mit der Hitze. Alle Arbeitgeber sind dazu angehalten, den Arbeitnehmern ausreichend Getränke zur Verfügung zu stellen. Außerdem gilt besondere Vorsicht bei Alten, Kranken, Schwangeren und Kindern. Sie sind besonders gefährdet bei der Hitze.

In unserer Redaktion in Hamburg wissen wir uns auch zu helfen: mit kühlen Tüchern, Ventilatoren, viel Obst und eiskalten Getränken. Aber wenn es noch Tage so weiter gehen sollte, denken wir definitiv über „hitzefrei“ nach.


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Die Fußball-WM – auch in der Schule ein Thema

Die Fußball-Weltmeisterschaft zieht alle in ihren Bann. Auch vor den Klassenzimmertüren macht sie nicht Halt.

Schon Wochen vor dem eigentlichen Beginn konnte man sich der Fußballweltmeisterschaft nicht mehr entziehen. Die Werbemaschinerien laufen schon lange auf Hochtouren, von Fußballbildchen zum Tauschen, Trikots, Bällen, Duschgels bis hin zu kleinen Bonbons mit Aufdrucken der Spieler ist alles erhältlich, was das Fan-Herz einer ganzen Nation höher schlagen lässt. Warum sollten wir dieses sportliche Großereignis also nicht auch für den Unterricht nutzen? Die Schülerinnen und Schüler thematisieren es sowieso, und Lernanlässe bietet die WM reichlich. Weiterlesen

Lernvideos im Lateinunterricht

Anbieter, Inhalte und Einsatzmöglichkeiten im Überblick

Viele unserer Schülerinnen und Schüler sitzen nachmittags an ihren Hausaufgaben und verzweifeln regelmäßig. So denkt der Sechstklässler David: „Herr Maier hat mir das mit dem AcI zwar heute erklärt, aber ich weiß einfach nicht mehr, wie das genau funktioniert …“ Was macht David jetzt? Er könnte das Lateinheft frustriert in die Ecke donnern oder die Klassenbeste Julia anrufen. Julias Lateinkenntnisse hat er aber schon gestern in Anspruch genommen, deshalb kommt das nicht in Frage. Das Heft in die Ecke donnern auch nicht, da demnächst eine Klassenarbeit zum AcI ansteht und David dabei gut abschneiden will. Also doch die alte Grammatik rausholen und das Kapitel zum AcI noch einmal durchlesen. Danach ist David genauso schlau wie zuvor. „Die Sprache in der Grammatik ist so gar nicht meine Sprache“, denkt er. Was jetzt? Also doch das Heft in die Ecke pfeffern …?

Der Fall ist ziemlich konstruiert, das ist mir klar, aber dennoch nicht komplett unrealistisch. Für einen Schüler wie David wäre ein Lernvideo zum AcI vielleicht genau das richtige. Weiterlesen

Latein: Gruppenarbeit mit dem elektronischen Wörterbuch

In der Übersetzungsphase sinnvoll unterstützen

Gruppenarbeit genießt zurecht einen hohen Stellenwert in der Didaktik. Sie fördert die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, die dabei nämlich ihren Lernprozess in Gemeinschaft mit anderen Lernenden selbst gestalten (vgl. „Gruppenunterricht“ S. 139 in: Peterßen – Kleines Methoden-Lexikon, München: Oldenbourg Verlag, 1999.). Wenn ich jedoch an meine eigene Schulzeit zurückdenke, sehe ich meinen Lateinlehrer vor mir, wie er in die Klasse marschiert, sein Buch aufklappt und einen Schüler zum Übersetzen auffordert – und das in jeder Stunde. Er hat es sich leicht gemacht, denn Einzel- oder Partnerarbeitsphasen lassen sich schnell und ohne großen Arbeitsaufwand umsetzen. Weiterlesen

„Emotionale“ Wortschatzarbeit

oder wie man Gefühle in (englische) Worte fassen kann

Ein gemeinsamer Beitrag der Wortschatz-Blog-Autorinnen Eva Bongert, Mirja Bolwin und Nina Fahrtmann

In nahezu jeder Schulform kommt irgendwann dieser Moment, wo wir unsere Gefühle ausdrücken müssen, oder die Gefühle von Figuren aus Literatur und Film beschreiben und analysieren sollen. Warum ist Romeo so verzweifelt? Julia so verliebt? Oder ihr Vater so wütend? Gleich zu Beginn ist dabei ein umfangreicher Wortschatz zur Beschreibung emotionaler Erregungszustände erforderlich.

Schülerinnen und Schüler drücken heutzutage ihre Gefühle allerdings viel lieber über Emojis aus als über das gesprochene oder geschriebene Wort, WhatsApp sei Dank. Klar, auf diese Weile bleiben emotionale Äußerungen bis zu einem gewissen Grade unverbindlich und lassen Platz für Interpretationen. Gefühle klar benennen? Das ist nicht unbedingt gefragt.

Schluss damit! Als Einstieg in die Wortschatzarbeit kann man sich eben die Affinität zu Emojis zunutze machen, zum Beispiel mit einem Emoji-Memory.

Emoji-Memory: So geht’s

Die Spielregeln von Memory kennt jeder von uns aus der eigenen Kindheit: Kartenpaare werden im Quadrat verdeckt auf einen Tisch gelegt. Eine Person dreht zwei Karten um. Passen sie zueinander, behält sie sie und zieht erneut. Passen sie nicht, werden sie wieder verdeckt hingelegt und jemand anders ist am Zug. Es gilt, sich die Karten erfolgloser Aufdeckaktionen zu merken und so möglichst viele Paare zu finden. Wer am Ende des Spiels die meisten Karten hat, gewinnt.

Bei einem regulären Memory handelt es sich bei den Kartenpaaren um zwei identische Karten. Bei der Erweiterung des Wortschatzes zeigt eine Karte ein Bild, auf der anderen steht die dazu passende Vokabel. Wir haben für unser Beispiel 15 der inflationär verwendeten, meist gelben, Gesichter ausgewählt und eine jeweils dazu passende Emotion. Um den Schwierigkeitsgrad variieren zu können, gibt es zwei Versionen: In der einfacheren befindet sich die englische Vokabel auf der zweiten Karte, in der schwierigeren Version nur die Lautschrift des jeweiligen Wortes. So trainiert das Spiel die Erweiterung des Wortschatzes und die Fähigkeit, Lautschrift zu lesen. Arbeitet die Klasse – so wie unsere – mit elektronischen Wörterbüchern, üben die Schülerinnen und Schüler außerdem, die Stichwortsuche, die Rechtschreibfunktion sowie die Wildcard des elektronischen Wörterbuches zu nutzen.

Spiele wie Memory sind nach unserer Erfahrung sehr motivierend, weil die Schülerinnen und Schüler den Wettstreit als Herausforderung begreifen.

Memory in die Wortschatzarbeit einbetten

Memory eignet sich generell für den Einstieg in jedes neue Wortfeld. Das Wortfeld ist zu dem Zeitpunkt allerdings weder vollständig noch verankert. Es bedarf also weiterer Arbeit und Anwendung.

Eine mögliche weitere Vorgehensweise bei der Wortschatzarbeit könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

  1. Memory-Spiel mit anschließender Suche und Übersetzung der Vokabeln. (Karten und Regeln unter dem Artikel zum Download)
  2. Erweiterung der Liste emotionaler Vokabeln aus eigenen Erfahrungen und unter Zuhilfenahme des – wenn möglich elektronischen – Wörterbuches bei gleichzeitiger Sortierung nach positiven und negativen Emotionen. (Erwartungshorizont im Anhang)
  3. Erstellung von Mindmaps zu vier häufig auftretenden Emotionen nach einem vorgegebenen Muster. (Aufgabenblatt unter dem Beitrag zum Download)
  4. Anwendung der erlernten Vokabeln durch Analyse eines Kapitels, Dialogs, einer Filmsequenz o.ä. des aktuellen Unterrichtsthemas – wir führen den neuen Wortschatz ja nicht grundlos ein.

Die Möglichkeiten der weiteren Vorgehensweise sind zahllos und dies nur ein Beispiel. Je nach Wortschatz und Thema können die Lernenden diskutieren, schreiben oder dichten. Es darf auch gesungen oder dargestellt werden, seien Sie kreativ! Wichtig ist nur, dass die neuen Vokabeln sofort und mehrfach zum Einsatz kommen, denn nur so stehen sie auch langfristig zur Verfügung.

Vielleicht ist dies dem Einen oder der Anderen eine kleine Hilfe oder Anregung.

Und jetzt: erhalten Sie sich Ihr inneres Kind und spielen Sie los!

Arbeitsblätter zum Download:

Aufgabenblatt und Erwartungshorizont

Memory Rules

Emoji_memory_normal

Emoji_memory_Lautschrift


Beitragsbild: fotolia #193218178 | Urheber: VectorsByFima

Im Team Vokabeln üben: Jeopardy

In meinen Klassen besteht teilweise das Problem, dass neben den nicht wiederholten Vokabeln auch das Sozialverhalten ein Manko darstellt. Beides zu schulen gelingt mir mit Jeopardy – in Anlehnung an die bekannte Quizsendung. Weiterlesen