Die Fußballweltmeisterschaft – auch in der Schule ein Thema

Die Fußballweltmeisterschaft zieht alle in ihren Bann. Auch vor den Klassenzimmertüren macht sie nicht Halt.

Schon Wochen vor dem eigentlichen Beginn konnte man sich der Fußballweltmeisterschaft nicht mehr entziehen. Die Werbemaschinerien laufen schon lange auf Hochtouren, von Fußballbildchen zum Tauschen, Trikots, Bällen, Duschgels bis hin zu kleinen Bonbons mit Aufdrucken der Spieler ist alles erhältlich, was das Fan-Herz einer ganzen Nation höher schlagen lässt. Warum sollten wir dieses sportliche Großereignis also nicht auch für den Unterricht nutzen? Die Schülerinnen und Schüler thematisieren es sowieso, und Lernanlässe bietet die WM reichlich. Weiterlesen

Lernvideos im Lateinunterricht

Anbieter, Inhalte und Einsatzmöglichkeiten im Überblick

Viele unserer Schülerinnen und Schüler sitzen nachmittags an ihren Hausaufgaben und verzweifeln regelmäßig. So denkt der Sechstklässler David: „Herr Maier hat mir das mit dem AcI zwar heute erklärt, aber ich weiß einfach nicht mehr, wie das genau funktioniert …“ Was macht David jetzt? Er könnte das Lateinheft frustriert in die Ecke donnern oder die Klassenbeste Julia anrufen. Julias Lateinkenntnisse hat er aber schon gestern in Anspruch genommen, deshalb kommt das nicht in Frage. Das Heft in die Ecke donnern auch nicht, da demnächst eine Klassenarbeit zum AcI ansteht und David dabei gut abschneiden will. Also doch die alte Grammatik rausholen und das Kapitel zum AcI noch einmal durchlesen. Danach ist David genauso schlau wie zuvor. „Die Sprache in der Grammatik ist so gar nicht meine Sprache“, denkt er. Was jetzt? Also doch das Heft in die Ecke pfeffern …?

Der Fall ist ziemlich konstruiert, das ist mir klar, aber dennoch nicht komplett unrealistisch. Für einen Schüler wie David wäre ein Lernvideo zum AcI vielleicht genau das richtige. Weiterlesen

Latein: Gruppenarbeit mit dem elektronischen Wörterbuch

In der Übersetzungsphase sinnvoll unterstützen

Gruppenarbeit genießt zurecht einen hohen Stellenwert in der Didaktik. Sie fördert die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, die dabei nämlich ihren Lernprozess in Gemeinschaft mit anderen Lernenden selbst gestalten (vgl. „Gruppenunterricht“ S. 139 in: Peterßen – Kleines Methoden-Lexikon, München: Oldenbourg Verlag, 1999.). Wenn ich jedoch an meine eigene Schulzeit zurückdenke, sehe ich meinen Lateinlehrer vor mir, wie er in die Klasse marschiert, sein Buch aufklappt und einen Schüler zum Übersetzen auffordert – und das in jeder Stunde. Er hat es sich leicht gemacht, denn Einzel- oder Partnerarbeitsphasen lassen sich schnell und ohne großen Arbeitsaufwand umsetzen. Die Organisation von Gruppenarbeiten ist deutlich aufwendiger, doch die Anstrengungen lohnen sich. Ich möchte in diesem Text ein paar Anregungen geben, wie eine sinnvolle Gruppenarbeit in Kombination mit dem elektronischen Wörterbuch im Lateinunterricht gelingen kann.

Auf die Zusammensetzung der Gruppe achten

Der erste Schritt ist die Einteilung der Klasse in kleinere Gruppen. Hierbei ist es für den Erfolg der Gruppenarbeit bei einer Übersetzung entscheidend, dass die Gruppen heterogen in Bezug auf die Leistungen zusammengesetzt sind. So können insbesondere schwächere Schülerinnen und Schüler durch das Coaching der übrigen Gruppenmitglieder profitieren. Ich finde es wichtig, dass man als Lehrkraft bei der Aufteilung der Klasse flexibel sein kann. Wie oft hatte ich eine tolle Aufteilung der Klasse peinlich genau an der Tafel stehen, um dann festzustellen, dass mir eine Krankheitswelle einen Strich durch die Rechnung macht. Gerade am Anfang sollte aus meiner Sicht die Lehrkraft bei der Einteilung den Schülerinnen und Schülern noch unter die Arme greifen. Später können die Kinder ihre Gruppen auch selbstständig einteilen.

Aufgabenteilung

Ich bilde gern Gruppen mit vier Schülerinnen und Schülern und weise allen eine Rolle zu.

  • Der Anfang fällt der Gesprächsleitung zu. Ihre Aufgabe ist es, darauf zu achten dass die Aufgaben gerecht verteilt sind und jeder seine Rolle erfüllt. Außerdem sorgt die Gesprächsleitung dafür, dass die Gruppenmitglieder beim Thema bleiben und nicht abschweifen. Dabei hat sie auch die Zeit Blick. Zusätzlich kann sie auch Ergebnisse zusammenfassen, zum Beispiel die Wiederholung jedes übersetzten Satzes. Dies ist natürlich abhängig von der gestellten Aufgabe.
  • Der Vokabelexperte oder die Vokabelexpertin nutzt das digitale Wörterbuch, um die benötigten Vokabeln für die Übersetzung bereitzustellen. Mit der Gruppe wird dann gemeinsam entschieden, welche der angebotenen Übersetzungen die beste für den Text ist. Auch ist es möglich, dass verwechselte Vokabeln noch einmal nachgeschlagen werden und angepasst werden.
  • Die Grammatikexpertin bzw. der Grammatikexperte hat die Möglichkeit, einen Grammatikband zu nutzen, um grammatische Formen zu überprüfen. Um Flexibilität in der Gruppeneinteilung zu gewinnen, kann man diese Aufgaben auf zwei Lernende verteilen, indem man zum Beispiel eine Konjugationsexpertin und einen Deklinationsexperten bestimmt. Wichtig ist nur, dass man genügend Material zur Hand hat.
  • Der Übersetzer oder die Übersetzerin konzentriert sich dagegen nur auf die Übersetzung selbst. Wer diese Rolle übernimmt, kann die im Unterricht erlernten Methoden zur Übersetzung von lateinischen Sätzen anwenden, etwa die Pendelmethode oder Markierungsstrategien.

Rollenkarte für den Vokabelexperten bzw. die Vokabelexpertin (Download am Artikelende)

Hat man nun alle Gruppen eingeteilt, kann die Arbeit losgehen. Man sollte am Anfang etwas mehr Zeit einplanen, da sich die Schülerinnen und Schüler erst mal an die neue Form der Arbeit und ihre speziellen Aufgaben gewöhnen müssen. Doch je öfter man diese Methode einsetzt, desto schneller finden sich die Jugendlichen in ihren Gruppen zurecht. Vielleicht entstehen sogar für einige Arbeitsschritte feste Gruppen.

Für Abwechslung sorgen

Wie bei den Methoden selbst, so sollte man auch bei der Verteilung der Expertenrollen für Abwechslung sorgen. So haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, jede Aufgabe kennenzulernen und in allen Bereichen ihre Kompetenzen zu stärken. Auch hier kann man die Methode flexibel an die Lerngruppe und den Text anpassen. Möchte man seine Lerngruppe langsam an die Methode „Gruppenarbeit“ heranführen, empfehlen sich zunächst kürzere Textabschnitte und ein Wechsel der Expertenrollen nach jedem Satz. Wenn die Lerngruppe geübt in Gruppenarbeit ist, kann ein längerer Text in entsprechend viele Abschnitte eingeteilt werden. Ein Wechsel der Aufgaben erfolgt zu jedem Anschnitt. Die Gesprächsleitung würde auch hier ein wachsames Auge darauf werfen, wann es Zeit wird, die Aufgaben neu zu verteilen.

Nach der Gruppenarbeit

Am Ende der Gruppenarbeit sollte eine Besprechung der Ergebnisse im Plenum erfolgen, so dass alle Schülerinnen und Schüler ihre schriftlichen Ergebnisse kontrollieren und offene Fragen geklärt werden können. Ein positiver Nebeneffekt der Gruppenarbeit ist, dass alle gestärkt darazs hervorgehen und sich auch trauen, ihre Übersetzung vor der Klasse vorzustellen. Eine inhaltliche Vertiefung rundet die Textarbeit ab.

Und was macht der Lehrer oder die Lehrerin während der Gruppenarbeit?

Es wird Gruppen geben, die Unterstützung brauchen, wenn es an einer Stelle hakt. Und statt Zeitung zu lesen und Kaffee zu trinken, sollten Sie die Zeit nutzen, um sich aus der Ferne Gespräche der Schülerinnen und Schüler anzuhören. Hier können sie als Lehrkraft viel darüber lernen, wie ihre Schülerinnen und Schüler selbstständig mit lateinischen Texten arbeiten. Und so wiederum Anregungen und Ideen für Ihre weitere Unterrichtskonzeption gewinnen.

Download: Word-Vorlage zur Erstellung von Rollenkarten


Beitragsbild: fotolia #56539762 | Urheber: Christian Schwier

„Emotionale“ Wortschatzarbeit

oder wie man Gefühle in (englische) Worte fassen kann

Ein gemeinsamer Beitrag der Wortschatz-Blog-Autorinnen Eva Bongert, Mirja Bolwin und Nina Fahrtmann

In nahezu jeder Schulform kommt irgendwann dieser Moment, wo wir unsere Gefühle ausdrücken müssen, oder die Gefühle von Figuren aus Literatur und Film beschreiben und analysieren sollen. Warum ist Romeo so verzweifelt? Julia so verliebt? Oder ihr Vater so wütend? Gleich zu Beginn ist dabei ein umfangreicher Wortschatz zur Beschreibung emotionaler Erregungszustände erforderlich.

Schülerinnen und Schüler drücken heutzutage ihre Gefühle allerdings viel lieber über Emojis aus als über das gesprochene oder geschriebene Wort, WhatsApp sei Dank. Klar, auf diese Weile bleiben emotionale Äußerungen bis zu einem gewissen Grade unverbindlich und lassen Platz für Interpretationen. Gefühle klar benennen? Das ist nicht unbedingt gefragt.

Schluss damit! Als Einstieg in die Wortschatzarbeit kann man sich eben die Affinität zu Emojis zunutze machen, zum Beispiel mit einem Emoji-Memory.

Emoji-Memory: So geht’s

Die Spielregeln von Memory kennt jeder von uns aus der eigenen Kindheit: Kartenpaare werden im Quadrat verdeckt auf einen Tisch gelegt. Eine Person dreht zwei Karten um. Passen sie zueinander, behält sie sie und zieht erneut. Passen sie nicht, werden sie wieder verdeckt hingelegt und jemand anders ist am Zug. Es gilt, sich die Karten erfolgloser Aufdeckaktionen zu merken und so möglichst viele Paare zu finden. Wer am Ende des Spiels die meisten Karten hat, gewinnt.

Bei einem regulären Memory handelt es sich bei den Kartenpaaren um zwei identische Karten. Bei der Erweiterung des Wortschatzes zeigt eine Karte ein Bild, auf der anderen steht die dazu passende Vokabel. Wir haben für unser Beispiel 15 der inflationär verwendeten, meist gelben, Gesichter ausgewählt und eine jeweils dazu passende Emotion. Um den Schwierigkeitsgrad variieren zu können, gibt es zwei Versionen: In der einfacheren befindet sich die englische Vokabel auf der zweiten Karte, in der schwierigeren Version nur die Lautschrift des jeweiligen Wortes. So trainiert das Spiel die Erweiterung des Wortschatzes und die Fähigkeit, Lautschrift zu lesen. Arbeitet die Klasse – so wie unsere – mit elektronischen Wörterbüchern, üben die Schülerinnen und Schüler außerdem, die Stichwortsuche, die Rechtschreibfunktion sowie die Wildcard des elektronischen Wörterbuches zu nutzen.

Spiele wie Memory sind nach unserer Erfahrung sehr motivierend, weil die Schülerinnen und Schüler den Wettstreit als Herausforderung begreifen.

Memory in die Wortschatzarbeit einbetten

Memory eignet sich generell für den Einstieg in jedes neue Wortfeld. Das Wortfeld ist zu dem Zeitpunkt allerdings weder vollständig noch verankert. Es bedarf also weiterer Arbeit und Anwendung.

Eine mögliche weitere Vorgehensweise bei der Wortschatzarbeit könnte zum Beispiel wie folgt aussehen:

  1. Memory-Spiel mit anschließender Suche und Übersetzung der Vokabeln. (Karten und Regeln unter dem Artikel zum Download)
  2. Erweiterung der Liste emotionaler Vokabeln aus eigenen Erfahrungen und unter Zuhilfenahme des – wenn möglich elektronischen – Wörterbuches bei gleichzeitiger Sortierung nach positiven und negativen Emotionen. (Erwartungshorizont im Anhang)
  3. Erstellung von Mindmaps zu vier häufig auftretenden Emotionen nach einem vorgegebenen Muster. (Aufgabenblatt unter dem Beitrag zum Download)
  4. Anwendung der erlernten Vokabeln durch Analyse eines Kapitels, Dialogs, einer Filmsequenz o.ä. des aktuellen Unterrichtsthemas – wir führen den neuen Wortschatz ja nicht grundlos ein.

Die Möglichkeiten der weiteren Vorgehensweise sind zahllos und dies nur ein Beispiel. Je nach Wortschatz und Thema können die Lernenden diskutieren, schreiben oder dichten. Es darf auch gesungen oder dargestellt werden, seien Sie kreativ! Wichtig ist nur, dass die neuen Vokabeln sofort und mehrfach zum Einsatz kommen, denn nur so stehen sie auch langfristig zur Verfügung.

Vielleicht ist dies dem Einen oder der Anderen eine kleine Hilfe oder Anregung.

Und jetzt: erhalten Sie sich Ihr inneres Kind und spielen Sie los!

Arbeitsblätter zum Download:

Aufgabenblatt und Erwartungshorizont

Memory Rules

Emoji_memory_normal

Emoji_memory_Lautschrift


Beitragsbild: fotolia #193218178 | Urheber: VectorsByFima

Im Team Vokabeln üben: Jeopardy

In meinen Klassen besteht teilweise das Problem, dass neben den nicht wiederholten Vokabeln auch das Sozialverhalten ein Manko darstellt. Beides zu schulen gelingt mir mit Jeopardy – in Anlehnung an die bekannte Quizsendung. Weiterlesen

Schönschrift als Aufgabe

Wer am Schriftbild arbeitet, verbessert auch die Rechtschreibung

In meiner Klasse lernen: ein Autist, zwei lernbehinderte Kinder, ein Legastheniker, leserechtschreibschwache Kinder sowie jede Menge normalbegabte Hauptschülerinnen und -schüler. Und fast alle haben das gleiche Problem: Ihre Schrift ist grauenhaft und ihre Kenntnis der richtigen Orthographie englischer Wörter ebenso. Weiterlesen

Wortschatz unterrichten mit Youtube

Eine Unterrichtseinheit am interaktiven Whiteboard zum Thema „Kleidung“

Sieht man sich an, was die Lernpsychologie über das Erlernen und Abspeichern von Informationen zu sagen hat, so stößt man auf einige Tatsachen, die erfolgreiches Lernen unterstützen.

Nur einige, für die nachfolgende Unterrichtseinheit relevante, seien hier genannt: Weiterlesen

Weihnachtswortschatz mit Christmas adverts lernen

Jedes Jahr liefern sich die bekannten Markenhersteller in Großbritannien einen Wettstreit um die beste Weihnachtswerbung. Auch in diesem Jahr fieberten die britischen Medien bereits Ende Oktober der Veröffentlichung der weihnachtlichen Werbevideos entgegen. Eine unterhaltsame Gelegenheit, um Englischschülerinnen und -schüler in Deutschland unter anderem mit weihnachtlichem Wortschatz vertraut zu machen. Weiterlesen

Wortschatzfestigung in niveaudifferenzierten Rollenspielen

Auf Englisch telefonieren: Für angehende Industriekaufleute gehört das fest zum Lehrplan

Seit mehreren Jahren unterrichte ich das Fach Englisch in Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung. In den einzelnen Bildungsgängen kann ich immer wieder beobachten, dass das Leistungspotenzial und die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler breit gestreut sind. Einige bringen einen Hauptschulabschluss mit, andere haben ein Abitur in der Tasche. In Nordrhein-Westfalen sehen die Bildungspläne deshalb einen binnendifferenzierten Unterricht auf zwei Niveaustufen vor (im Bereich Wirtschaft und Verwaltung beispielsweise B1 und B2).
Wie kann nun ein solches binnendifferenziertes Unterrichtsangebot auf zwei Niveaustufen und insbesondere im Hinblick auf die Wortschatzumwälzung und -festigung gelingen, ohne dass die Auszubildenden über- oder unterfordert sind? Eine Möglichkeit sind Rollenspiele. Weiterlesen

Wörter ohne Gegenstück

Bei vielen Wörtern muss man erst die Idee dahinter verstehen

Jede Sprache hat ihre eigene Poesie. Auf Deutsch zum Beispiel lassen sich mit Komposita sehr fantasievolle Wörter gestalten. In der ersten Fassung von Goethes Gedicht „Prometheus“ etwa findet sich der abenteuerliche Begriff „Knabenmorgenblütenträume“. Später kam das Wort Goethe selbst doch zu verwegen vor, in weiteren Fassungen heißt es nur noch „Blütenträume“. Trotzdem zeigt das Beispiel: Das Baukastenprinzip der deutschen Sprache lädt zum wilden Komponieren ein.

Viele zusammengesetzte Hauptwörter entwickeln ihre eigene Bedeutung und lassen sich deshalb auch nur mit Mühe in andere Sprachen übersetzen. Eine Auswahl hat etwa der Blog „The Book of Life“ zusammengestellt, die Liste umfasst zum Beispiel die Wörter „Verschlimmbesserung“, „Kopfkino“ und „Fernweh“. Weiterlesen