Zehn Strategien, um nachhaltig Vokabeln zu lernen

Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie Menschen Wortschatz in einer Fremdsprache lernen. Unter anderem haben wir hier im Wortschatz-Blog seit über drei Jahren eine breite Auswahl an Tipps, Übungen und Studien zum Thema zusammengestellt. Mitte August bekam ich die Gelegenheit, das gebündelte Wissen noch einmal in einem ganz neuen Kontext anzuwenden – meine Tochter besucht jetzt die fünfte Klasse am Gymnasium. Der zuvor an der Grundschule eher gemütliche Englischunterricht ist seitdem einem straffen Pensum gewichen, mitunter muss sie von einer Woche zur nächsten seitenweise Vokabeln lernen.

Seitens der Schule gibt es wenig Vorgaben und Hilfestellung, wie die Kinder dabei vorgehen sollen. Deshalb habe ich versucht herauszufinden, was ihr am besten hilft. Und da ich höre, dass das Lernen großer Mengen von Vokabeln auch andere Familien umtreibt, stelle ich hier einmal zehn Praxistipps zusammen, die sich nicht nur als sinnvoll, sondern auch familienverträglich herausgestellt haben. Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Lehrerinnen und Lehrer die Zeit nehmen würden, den Kindern ein paar dieser Tipps und Methoden mit auf den Weg zu geben.

1. Wohlfühlen muss sein

Unsere Gehirne funktionieren unter Druck nicht besonders gut. Deshalb ist eine entspannte Lernatmosphäre mehr als nur ein Nice-to-have. Zur Lernvorbereitung gehört: einen hellen, gemütlichen Platz zum Lernen finden, Störfaktoren und Unordnung beseitigen. Im Idealfall wird die Lernvorbereitung mit der Zeit zum Ritual, das auch dem Gehirn signalisiert: Gleich bekommst du neues Futter, mach dich bereit.

2. Lerndauer und Pensum planen

Jedes Wort braucht seine Zeit. Zehn Vokabeln am Tag (was über einen längeren Zeitraum richtig viel ist!) bleiben leichter im Gehirn als 70 auf einmal am Wochenende. Ein weiterer Vorteil, wenn man ein klares Pensum für jede Übungseinheit festlegt: Irgendwann ist das Ziel erreicht und das Lernen für diesen Tag beendet. Macht man das nicht, dann erscheint die gesamte Vokabelmenge wie ein Fass ohne Boden. Und das erzeugt ungesunden Druck (s. Tipp Nr. 1). Auch Wiederholungen sollten eingeplant werden, denn sogar Superhirne müssen Wörtern mehrfach begegnen, um sie nachhaltig zu lernen. Liegen ein bis zwei Tage zwischen den Wiederholungen, dann ist die Chance groß, dass die Begriffe auch langfristig im Hirn gespeichert bleiben.

3. Mit Musik geht’s besser

Diese Erfahrung kennen die meisten: Wir können uns zunächst nicht an einen Liedtext erinnern, aber sobald die ersten Klänge und Worte ertönen, ist plötzlich alles wieder da. Grund dafür ist die kuriose Fähigkeit unserer Gehirne, lange Wortfolgen in einem Stück abzuspeichern. Besonders gut klappt das, wenn der Text einem Rhythmus oder einer Melodie folgt. Und darin liegt ein großes – und viel zu selten genutztes – Potenzial für das Lernen von Vokabeln. Wenn wir Sätze mit neuen Vokabeln mit einer Melodie versehen, fällt das Behalten viel, viel leichter. Um zum Beispiel Personalpronomina mit ihren jeweiligen Possessivbegleitern zu verknüpfen, hat meine Tochter Beispielsätze auf den Sprechgesang der Fridays-for-Future-Demos („Kohlekonzerne – baggern in der Ferne …“) getextet: I am in my house. You are in your house. – und so weiter. Wer sich für nicht so melodisch begabt hält, kann auch rappen. Wenn man dazu noch tanzt, verschafft das auch gleich Bewegung beim Lernen. A propos Klang: Studien zeigen, dass wir uns Wörter besser merken, die wir von verschiedenen Sprechern hören. Sind gerade keine zehn verschiedenen Muttersprachler*innen verfügbar, muss man das selbst übernehmen: Einfach mit verstellter Stimme sprechen. Das macht Spaß und hilft – nach meiner empirisch nicht überprüften Erfahrung – auch ein wenig.

4. Beschäftigung mit der Wortform

Das eigentlich neue an neuen Vokabeln ist die Wortform. Die Bedeutung ist uns in der Regel schon bekannt, man muss sie nur noch mit der Vokabel verknüpfen. Anders gesagt: Wer die Vokabel „dog“ lernt, weiß in der Regel schon, was ein Hund ist. Deshalb sollte zunächst das Lernen der Wortform im Vordergrund stehen. Dazu muss man sich mit ihr beschäftigen – jede Form der gedanklichen Auseinandersetzung mit Wortklang und Zeichenfolge hilft. Bei „dog“ könnte das die Nähe zur deutschen „Dogge“ sein oder auch ein mentales Bild von einem Hund, der einen Hot Dog frisst. Rückwärts buchstabieren, ein Bild des Wortes malen, in dem jeder Buchstabe wie ein Hund aussieht, Reimwörter finden – alles ist erlaubt und dient dem Gehirn als Merkhilfe.

5. Erst verstehen, dann selbst produzieren

Bevor Kinder ihre ersten Wörter in der Muttersprache produzieren, haben sie viele Monate lang sprachlichen Input erhalten. Diese Reihenfolge gilt auch beim Lernen einer Fremdsprache: Erst nach ausreichend Input können wir zur Sprachproduktion übergehen. Deshalb ist es sinnvoll, sich zunächst mit der Sprachrichtung Fremdsprache – Deutsch zu beschäftigen und die neuen Vokabeln mehrfach zu lesen und zu hören. Erst wenn die Wörter im Gehirn angekommen sind, ist der Moment gekommen, die Sprachrichtung umzudrehen und die frisch gelernten Vokabeln selbst hervorzubringen.

6. Kommunikative Mini-Übungen erfinden

Die Evolution hat unsere Gehirne nicht entwickelt, damit wir Vokabeln für die Schule pauken. Seine gewaltige Sprachlernfähigkeit soll uns ermöglichen, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Deshalb gilt: Was für die Kommunikation nützlich ist, wird behalten. Sobald die Wortform bekannt ist (aber erst dann!), können selbsterdachte kommunikative Mini-Übungen dazu beitragen, dass die Wörter nicht nur im Abfragemodus, sondern auch für die Kommunikation abrufbar sind. Inspirationen für Übungen bieten die Englischlehrwerke. Auch Rollenspiele, kleine Dialoge oder E-Mail-Entwürfe – etwa an eine ausgedachte Freundin in Großbritannien – eignen sich als erste Anwendungsfelder.

7. Fehler als Lernanlässe nutzen

Egal, wie gut das Lernen läuft – ohne Fehler geht es nicht. Zum Glück haben unsere Gehirne eine eingebaute Korrekturfunktion: Aus Fehlern lernen wir besonders gut. Zum Beispiel so: Alle Vokabeln, die noch nicht sitzen, kommen auf einen „Spickzettel“. Der wird dann im Nebenraum hinterlegt. Wenn in der nächsten Abfragerunde eine dieser Vokabeln an der Reihe ist, ist ein Gang in den Nebenraum und ein Blick auf den Spickzettel erlaubt. Der Zettel bleibt aber im Nebenraum – die Vokabel muss also mindestens für den Rückweg behalten werden. Meistens bleibt sie mit dieser Methode noch lange darüber hinaus im Gedächtnis. Übrigens zeigen Studien, dass kein Versuch, eine Vokabel aus dem Gehirn abzurufen, umsonst ist: Auch gescheiterte Versuche schmieren sozusagen die Verdrahtung zur Vokabel.

8. Zu zweit üben

Ob Klassenkamerad*innen, Geschwister oder Eltern: Mit einem „Sparringspartner“ bieten sich mehr Möglichkeiten, um abwechslungsreich Vokabeln zu üben. Zum Beispiel sind zu zweit verschiedene Abfrageformen und kommunikative Übungen möglich. Außerdem können Übungspartner*innen unmittelbar Feedback geben. Und schließlich kann es auch für das eigene Lernen hilfreich sein, wenn man sich Übungen für andere ausdenkt.

9. Karteikarten-Lernen – auch digital

Vokabeln mit Karteikarten zu lernen, hat viele Vorteile. Vor allem lassen sich bereits beherrschte Wörter von noch zu lernenden trennen, außerdem lässt sich die Reihenfolge variieren. Aber die klassischen Papp-Karteikarten haben auch ein paar Nachteile: Sie anzufertigen ist stupide Fleißarbeit, und wer zu Chaos neigt, hat schnell den Überblick über die vielen in Wohnung und Schulranzen verteilten Kartenstapel verloren. Das Prinzip ist aber auch mit technischen Hilfsmitteln umzusetzen, etwa mit der Favoritenfunktion elektronischer Wörterbücher oder zum Beispiel mit der App Phase 6. Sie bietet eine virtuelle Vokabelkartei auf Smartphone, Tablet oder Computer an. Besonders praktisch ist dabei, dass sich die Vokabeln aller gängigen Lehrwerke als fertige Karteikarten und nach Unterrichtseinheiten sortiert dazukaufen lassen (ca. 10 Euro pro Lehrwerk).

10. Auch Grammatik wie Vokabeln lernen

Eine weit verbreitete Auffassung vom Fremdsprachenlernen unterscheidet zwischen Wortschatz und Grammatik. In diesem Verständnis sind die Wörter die inhaltlichen Zutaten der Sprache, während die Grammatik die Bauanleitung liefert, um die Wörter zu sinnvollen Sätzen zusammenzustellen. Diese Sicht täuscht darüber hinweg, wie tief Grammatik und Wortschatz miteinander verwoben sind. Kinder lernen die muttersprachliche Grammatik immerhin ausschließlich durch kommunikativen Input und nicht etwa durch langatmige Erklärungen. Das lässt sich auch auf dem Fremdsprachenunterricht übertragen. Grammatikregeln zu kennen ist wichtig und hilfreich. Um sie auch anwenden zu können, ist es sinnvoll, Beispielsätze wie Vokabeln zu lernen. Wer zum Beispiel weiß, dass „es regnet“ auf Englisch „it’s raining“ heißt, muss nicht erst das komplette Kapitel „Present progressive“ im Gehirn abrufen. Betreibt man dieses Vorgehen konsequent, erhält das Hirn mit der Zeit genug Futter, um die Grammatik auch dann noch korrekt anzuwenden, wenn die Erinnerung an die dazugehörige Regel längst verblasst ist.

 


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Mit der Abiturlektüre „Mother to Mother“ arbeiten

Aus Zitaten entsteht ein eigenes Theaterstück

Die Lektüre „Mother to Mother” kommt derzeit in einigen Bundesländern als Abiturlektüre zum Thema „South Africa” zum Einsatz. Die Autorin ist Sindiwe Magona, eine südafrikanische Menschenrechtlerin und Schriftstellerin. In „Mother to Mother” erzählt sie – basierend auf einem wahren Tötungsdelikt – die Geschichte des Mordes an Amy Biehl. Die weiße, amerikanische Studentin und Anti-Apartheid-Aktivistin wurde 1993 von einer wütenden Gruppe schwarzer Südafrikaner ermordet. Erzählerin des Romans ist die Mutter eines der Mörder. Mit der Erzählung wendet sie sich an Amy Biehls Mutter und beschreibt die gewaltgeprägte Gesellschaft, in der zunächst sie selbst und später ihr Sohn aufwuchsen.

Als roter Faden und Zielprodukt einer Unterrichtseinheit, die sowohl den Roman als auch die Hintergründe der Apartheid in Südafrika umspannt, bietet sich beispielsweise das gemeinsame Erstellen einer kreativen Präsentation an. Darin werden die Schlüsselbegriffe der südafrikanischen Apartheidsgeschichte sowie sorgfältig ausgewählte Zitate aus „Mother to Mother” zu einer Textkollage verwoben. Ich habe mich mit meiner Klasse für eine Präsentationsform als 60-minütiges Theaterstück entschieden, in dem sich Zitate und Kurzpräsentationen abwechseln.

Einstieg mit markanten Zitaten

Ich las mit meinen Schüler*innen zunächst das erste Kapitel, den eröffnenden Brief von einer Mutter an die andere. Darin gibt es einige sehr markante Zitate. Hier ein paar Beispiele, die die Schüler*innen ausgewählt haben:

  • … a white girl with nothing better to do than run around Guguletu, where she does not belong. (p. 5, ll. 9f)
  • Let me say out plain, I was not surprised that my son killed your daughter. That is not to say I was pleased. It is not right to kill. (p. 5, ll. 22ff)
  • I have known for a long time now that he might kill someone some day.
  • What was she doing, vagabonding all over Guguletu, of all places; taking her foot where she had no business? Where did she think she was going? Was she blind not to see there were no white people in this place? (p. 5,ll. 39ff)
  • How many young white South African women were here in Guguletu that day she was killed …? (p. 6 ll. 2f)
  • He’d be here now; like the hundreds of killers walking the length and breadth of Guguletu (p. 6, ll. 16f)
  • Where was her natural sense of unease? (p. 6, l. 24)
  • Did she not feel awkward, a fish out of water, here? (p. 6, l. 25l)
  • The place was not for her. It was not safe for the likes of her. (p. 6, l. 27)
  • White people live in their own areas and mind their own business – period. We live here, fight and kill each other. That’s our business. (p. 6, l. 29)
  • You don’t see big words on every page of the newspaper because one of us kills somebody, here in the townships. But with this case … The story was all over the place. Pictures too. (p. 6, ll. 30-32)

Diese Zitate haben meine Schüler*innen im ersten Kapitel als besonders bedeutungsvoll ausgewählt und daraus Hypothesen über den Ort und die erwähnten Personen abgeleitet. Im Anschluss haben sie jeweils die Patenschaft für ein weiteres Kapitel übernommen – und auf diese Weise aus allen Kapiteln die wichtigsten Zitate zusammengetragen. Mit den weiteren Zitaten haben sie dann ihre Hypothesen aus dem Einstiegskapitel überprüft und ausgeweitet. Beispiele für solche Hypothesen waren: „The mother is justifying the deed of her son.” „The mother thinks of her son, a black young man, as lesser than the white young woman because of his skin colour, she displays internalized racism.”

Vom Zitat zur „Sprechmotette“

Sie haben die Zitate zusammengetragen und beschlossen, daraus Sprechmotetten zu gestalten. Die erste davon sollte das entstehende Theaterstück einleiten. Bei einer Sprechmotette wird ein Text gemeinsam gelesen oder rezitiert – in diesem Fall bestehen sie aus zusammengestellten Zitaten. Dabei lesen aber nicht alle Sprecher*innen gleichzeitig alle Textstellen. Vielmehr spricht oft eine Person den gesamten Text in rhythmischer oder monotoner Sprechweise und andere Sprecher*innen stimmen bei aussagekräftigen Stellen mit ein. Dies kann ein vollständiges Zitat sein, ein Wort oder eine Passage. Die Beteiligten betonen dabei, variieren Lautstärke und Emotion, brechen eventuell aus dem Rhythmus aus, streuen Einwürfe ein, beginnen am Ende des Texts wieder von vorne. Oft beginnen Sprechmotetten mit gut verständlichen, fein sortierten Sätzen, werden allerdings im Laufe der Performanz unverständlicher und expressiver. Der Text rückt in den Hintergrund, die darunterliegenden Emotionen werden deutlich.

Minipräsentationen zu wichtigen Hintergrundbegriffen zum Thema „Apartheid“

Der Text von „Mother to Mother” ist sprachlich für Leistungskurse der Oberstufe nicht zu stark herausfordernd. Die editierte Version von Diesterweg hat auch Vokabelanmerkungen am Textrand, die hilfreich sind. Bezogen auf Vokabelarbeit ist insbesondere der Hintergrund der südafrikanischen Geschichte spannend: Was ist Apartheid? Was sind „Boers”? Wer war Nelson Mandela und was ist Racial Segregation? Wobei ging es beim Prohibition of Mixed Marriages Act? Oder beim Population Registration Act? Das Arms and Trade Embargo? Was war der African National Congress? Und was geschah beim Sharpeville Massacre?

Andere wichtige Namen und Begriffe sind zum Beispiel: Stephen Biko – Black Consciousness Movement – Soweto Uprising – Archbishop Desmond Tutu – The Freedom Charter – Truth and Reconciliation Commission – Institutional racism – Internalized racism – Bisho massacre – und natürlich im Zusammenhang mit „Mother to Mother: the Murder of Amy Biehl.

Diese Begriffe können auf die Schüler*innen eines Kurses verteilt werden: Jede*r erhält die Aufgabe, einen dieser Begriffe in (beispielsweise) fünf präzisen Sätzen zu erklären. Wenn möglich oder nötig, können zu jedem Begriff auch weitere Unterbegriffe angegeben werden, die in dieser Kurzinformation enthalten sein müssen. Mit den Zitaten als Sprechmotette und den (wirklich kurzen!) Kurzvorträgen wird den unterschiedlichen Persönlichkeiten der Schüler*innen Rechnung getragen: Sie können nach ihren Vorlieben kreativ oder kognitiv recherchieren und präsentieren.

Ein Theaterstück entsteht

Nun kann das Theaterstück zusammengefügt werden. Szenen mit Zitaten aus dem Roman, die kreativ gesprochen oder gestalterisch projiziert werden, wechseln sich mit Kurzinformationstexten einzelner Schüler*innen ab. So entsteht eine Präsentation, die Literatur, Emotion, Fiktion und Information, Schauspiel und Moderation verbindet. Alle Schüler*innen können ihre Stärken einbringen, sie können im Hintergrund schreiben, recherchieren, redigieren und/oder auf der Bühne präsentieren und agieren. Wenn der Kurs sich vorstellen kann, seine Ergebnisse öffentlich zu präsentieren, können Leistungskurse anderer Schulen des Umkreises eingeladen werden.

Website und ein Skype-Interview mit Sindiwe Magona

Ganz ehrlich: In meinem Kurs kam es am Ende doch nicht zu einer zusammengefügten Präsentation. Uns lief die Zeit davon. Dennoch hatten wir am Zusammenstellen der Zitate und Vortragen der Kurzpräsentationen (mit Vokabel-Handouts) Freude. Die Schüler*innen befragten sich gegenseitig zu ihren Themen und knüpften in ihren Präsentationen an die Themen der anderen an. Wir kamen dann auch vom ursprünglichen Plan etwas ab und erstellten eine eigene Webseite mit weiterführenden Materialien – sowie eine zweite Website mit Informationen über Südafrika. Außerdem führten wir ein Skype-Interview mit der Autorin Sindiwe Magona, die wir auch zu den Hintergründen der Apartheid in Südafrika befragten.

Warum sich Zitate so gut in der Arbeit mit Literatur eignen

„Mother to Mother” bietet viele Gelegenheiten mit Worten zu arbeiten, sie zu erklären, sie zu hinterfragen. So fallen im Text zum Beispiel die vielen Tiervergleiche auf, die die Erzählerin nutzt, um Amy, ihren Mörder und seine Freunde zu beschreiben. Sie geben weiteren Aufschluss darüber, wie die Erzählerin ihren Sohn und die weiße Entwicklungshelferin Amy sieht.

  • Did she not feel awkward, a fish out of water, here? (p. 6, l. 25l)
  • I should have such an obedient son! Why do they think he did what he did if he were such a lamb, a model child? (p. 5, ll. 20f)
  • … her voice a swan’s at break of day … (p. 8, ll. 10f)
  • Giraffelike, knees semi-genuflected while neck flops head down to escape scraping the top of the door frame, he comes in. Soon he will be shaving, I see. Tall and muscular. (p. 9, ll. 36-38)
  • Die Gruppe der Jugendlichen um ihren Sohn nennt sie gigantic many-limbed millipede (p. 12, l. 21),
  • the amoeba devided itself (p. 14, l. 48), swarm … swarm abuzz (p. 18, l. 2ff).

Durch die durchgängige, intensive Arbeit mit Zitaten haben die Schüler*innen meiner Beobachtung nach mehr als in jeder anderen Arbeit mit Literatur selbst Schwerpunkte gesetzt und Auffälligkeiten erkannt. Aus einem Kapitel die zehn aussagekräftigsten Sätze herauszusuchen hat bei allen das Interesse geweckt, etwas mitbestimmen zu können. Alle konnten ihre Sätze vorstellen und wir haben sie als Grundlage für die nachfolgende Stunde genutzt. Natürlich habe ich hier und da noch ein Zitat ergänzt oder eine richtungweisende Nachfrage gestellt, wenn eine sehr zentrale Botschaft unterzugehen drohte. Dennoch haben die Schüler*innen die sprachlichen Highlights herausgelöst und den Text so zu einem sehr lebendigen Kern komprimiert, dem sie wichtige Erkenntnisse entnahmen.

Zitatbezogene Textarbeit ist ihnen seither eine sehr vertraute Arbeitsmethode. Auch richtig zitieren und Zitate in Analysen einzubauen, festigte sich. Selten hatte ich den Eindruck, dass ein Kurs so genau hinschaute wie bei diesem Vorgehen! Das Vokabular saß am Ende fest und wir konnten die Reihe mit einem Online-Quiz zu Südafrika und – wie es vorgegeben ist – mit einer Klausur beenden.

 


Beitragsbild: jeanvdmeulen | pixabay

Wortschatz für Klimaschutz-Diskussionen

Wortschatz für Klimaschutz-Diskussionen

Climate change oder climate crisis?

Wenn wir mit Schüler*innen über den Klimawandel sprechen, spielt die Wortwahl eine wichtige Rolle. Es gibt es eine Reihe von Vokabeln, die dazu dienen können, Impulsvorträge, Beschreibungen, Analysen und Kommentare zu verfassen oder Diskussionen zu stützen. Um sich dem komplexen Thema anzunähern, ist es zunächst sinnvoll, ein paar Grundbegriffe zu definieren. Weiterlesen

Schüler hält Tablet mit der App Kahoot in der Hand

Apps im Französischunterricht: Kahoot! und Stop Motion

Spricht man über Digitalisierung und Technologisierung in der Schule, wird schnell die gesellschaftliche Ambivalenz gegenüber den neuen Medien deutlich – und oftmals auch die Unwissenheit über das mögliche Potenzial der Digitalisierung. Ich stehe der digitalen Entwicklung weitgehend positiv gegenüber und versuche, ihren motivierenden Aspekt sinnstiftend im Schulalltag aufzugreifen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ich die Vorteile des traditionell analogen Unterrichtens außer Acht lasse, keineswegs! Allerdings kommen wir Lehrkräfte im Zuge des Digitalisierungsprozesses nicht umhin, uns intensiver mit den medialen Einsatzmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Weiterlesen

Wortschatztraining einfach digital mit Plickers

Wie man ganz einfach digitales Wortschatztraining im Klassenraum umsetzt und dabei seine gesamte Klasse aktiviert, möchte ich anhand des Classroom Response Systems Plickers zeigen.

Noch während ich die zu lernenden Vokabeln an die Tafel schreibe, geht ein Raunen durch die Klasse. „Wir schreiben bestimmt einen Test!“. Zum Ärger vieler Schülerinnen und Schüler ist die Überprüfung von Vokabeln ein essenzieller Teil jeder Fremdsprache. Nur so erhalten sowohl Lehrkräfte als auch die Lernenden eine Rückmeldung zu ihrem Lernstand. Trotzdem muss es nicht immer der gute, alte Vokabeltest sein. Eine schöne Alternative ist das Classroom Response System Plickers. Weiterlesen

Flipped Classroom: umgedrehter Unterricht

Flipped Classroom: umgedrehter Unterricht

Digitale Bildung braucht mehr als nur eine interaktive Tafel oder ein Smartphone im Unterricht. Es müssen passende Unterrichtsmethoden her, damit digitale Medien sinnvoll im Unterricht genutzt werden können. Eine davon könnte aus meiner Sicht die Flipped-Classroom-Methode sein. Weiterlesen

Zwei Mädchen in der Schule

Englisch: Tipps für den Übergang in Klasse 5

Wie der Englisch-Einstieg in der weiterführenden Schule gelingt

In der fünften Klasse treffen Schülerinnen und Schüler mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen in der ersten Fremdsprache aufeinander. Für die einen gab es in der Grundschule wenig bis gar keinen Englischunterricht von fachlich ausgebildeten Lehrkräften. Für andere gab es drei oder vier Englischstunden pro Woche seit der ersten Klasse. Manche kommen vielleicht gerade erst aus dem Ausland ins deutsche Schulsystem und haben unter Umständen noch nie Englisch gelernt oder vielleicht von Geburt an zuhause oder in der Schule durchgehend Englisch gesprochen. Insbesondere in den ersten Wochen an der weiterführenden Schule ist es also besonders spannend, den Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler herauszufinden und passend zu fördern. Weiterlesen

L.A. Crash - Filmanalyse mal anders

L.A. Crash – Filmanalyse mal anders

Hier gestalten die Schülerinnen und Schüler den Unterricht

Filmanalyse ist einer der Inhalte, die immer im Lehrplan Englisch auf fortgeschrittenem Niveau auftauchen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, dies im Unterricht umzusetzen. Ich zeige euch heute mal, wie ich das mit einer 12. Klasse Fachhochschulreifeniveau gemacht habe. Weiterlesen

Wörterbuch-Eintrag zum Lemma dictionary

What’s up Alexa?

Der Amazon Echo ist aus meinem persönlichen Alltag nicht mehr wegzudenken. Damit er auch für Schülerinnen und Schüler zu einer Bereicherung im Lernalltag wird, möchte ich fünf Skills vorstellen, mit denen man das Lernen von englischen Vokabeln unterstützen kann. Weiterlesen

Salve Alexa!

Salve Alexa!

Sprachassistenten sind längst Teil unseres Alltags geworden. Ob sie auch das Potenzial haben, etwas zum Unterrichtsalltag im Fach Latein beizutragen, habe ich mit meinem Amazon Echo untersucht. Weiterlesen