Music in a Box: singender Karton mit Stilmittelanalyse

Vor einigen Monaten habe ich einen Blogbeitrag über das Projekt „Book in a Box“ geschrieben. Nun habe ich dieses Projekt für meinen 13. Jahrgang (Grundkurs) abgewandelt und daraus „Music in a Box“ gemacht. Die Herangehensweise ist ähnlich und kann ab dem 11. Jahrgang eingesetzt werden. Bei uns ist „Music“ im Rahmenlehrplan der Fremdsprache im beruflichen Gymnasium ein Unterthema von „Literatur“. Da wir schon Kurzgeschichten und einen Roman gelesen haben, wollte ich an das Thema „Music“ anders herangehen.

Aufgabenstellung: Packe den Song in einen Karton

Die Schülerinnen und Schüler haben zunächst einen Song ausgewählt, den sie vorstellen wollten. Dann haben sie von mir die Aufgabe erhalten, Gegenstände im Haushalt zu finden, die sie nutzen können, um den Inhalt des Songs zu beschreiben. Die Gegenstände durften auch selbst gebastelt werden. Der Schuhkarton sollte schon von außen den Bezug zum Song zeigen, zum Beispiel durch Verzierungen in Form von Symbolen, Bildern o. ä.

Wie bei dem „Book in a Box“-Projekt konnten die Gegenstände auch von illustrativem, interpretierendem und symbolischem Charakter sein (z. B. bestimmte Gegenstände oder Farben). Außerdem sollten die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Vorstellung vier Stilmittel in dem Song herausarbeiten, benennen und ihre Funktion erklären, also zum Beispiel die Wiederholung, Übertreibung oder die rhetorische Frage. Somit wurden die Stilmittel auch nochmal wiederholt. Informationen über die Band, den Sänger oder die Sängerin waren auch Bestandteil der Aufgabenstellung.

Um technischen Problemen aus dem Weg zu gehen, sollten alle Schülerinnen und Schüler „ihren“ Song auf einem USB-Stick mit zur Präsentation bringen. Am Ende jeder Präsentation haben wir den gewählten Song nämlich gemeinsam gehört.

Wortschatzarbeit wie von selbst

Meine Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrganges sind mit der Handhabung des elektronischen Wörterbuchs EX-word sehr routiniert. Ich muss sie schon lange nicht mehr auffordern, es aus den Taschen zu holen oder es auch zuhause zu benutzten. Der Mehrwert der Geräte ist ihnen schon in „Fleisch und Blut“ übergegangen.

Beispiel: ein Schuhkarton für „Astronaut in the Ocean” von Masked Wolf

Eine Schülerin hatte sich für „Astronaut in the Ocean” von Masked Wolf entschieden. Von außen war ihr Schuhkarton mit mehreren Planeten, einem Astronauten und einer Sternengirlande beklebt. Im Schuhkarton selbst fand sich eine Maske, eine Wasserpistole, eine Krone, ein kleines Buch – das die Bibel darstellen sollte –, ein Ladekabel und eine Lupe. Als Stilmittel hat die Schülerin die rhetorische Frage, die Metapher, die Wiederholung und die Übertreibung genannt.

Eine Box für den Song "Astronaut in the Ocean" – Außenansicht

Eine Box für den Song „Astronaut in the Ocean“ – Außenansicht

Eine Box für den Song "Astronaut in the Ocean" – Inhalte

Eine Box für den Song „Astronaut in the Ocean“ – Inhalte

Weitere vorgestellte Songs waren:

„Living in a box“ von Living in a Box

“Follow you” von Imagine Dragon

“You’ll never walk alone” von Gery & The Pacemaker

“Earth” von Lil.Dicky

“Looking for Freedom” von David Hasselhoff”

“Fuck 2020” von Scooter

“My heart will go on” von Celine Dion

u.v.m.

Fazit: viele alte und neue Songs. Und: Es geht auch digital

Anfangs waren die Schülerinnen und Schüler von der Bastelarbeit wenig begeistert. Die Ergebnisse zeigten allerdings ein ganz anderes Bild. Bei den Präsentationen stellte sich heraus, dass die meisten Songs bekannt waren, viele aber bisher wenig auf die Wortwahl und die Inhalte geachtet hatten. Für den Wortschatz hat deshalb die Auseinandersetzung mit den Liedtexten eine Menge gebracht. Bei jeder einzelnen Buchvorstellung wollten die Jugendlichen unbedingt den Inhalt richtig verstehen. Diverse Wörter, die im Schulalltag wenig bis gar nicht gebraucht werden, wurden mit Hilfe des EX-word schnell übersetzt und in den Wortschatz aufgenommen. Was will man als Fremdsprachenlehrerin mehr? Am Ende fand mein Kurs die Aufgabe super.

Leider konnten wir vier Präsentationen nur noch online hören, aber das hat auch wunderbar geklappt. Die Schülerinnen und Schüler haben die Kartons abfotografiert und über den Bildschirm geteilt. Die Lieder haben wir dann über watch2gether gemeinsam gehört.

Ich bin immer noch auf der Suche nach einer interessanten Möglichkeit, meinen Schülerinnen und Schülern englische Gedichte schmackhaft zu machen. Habt Ihr nicht vielleicht noch ein paar Tipps für mich?

 


Beitragsbild: Pexels | Pixabay

Bekleidungswortschatz und Adjektive digital lernen – einfach realisiert

Wie schafft man es, Vokabelübungen mit Grammatik und digitalem Lernen zu verknüpfen? Vor dieser Herausforderung stehen Lehrerinnen und Lehrer seit nunmehr zwölf Monaten und alle versuchen ihr Bestes. Hier möchte ich heute ein Beispiel aus meinem Englischunterricht beschreiben, dass relativ einfach zu realisieren ist. Hauptthemen der Unterrichtseinheit waren die Steigerung von Adjektiven und die Wiederholung von Vokabular zum Thema „Kleidung“.

Schritt 1: Grammatikeinführung mit Videos

Für die Grammatikeinführung und Übungen habe ich Lehrvideos (z.B. von Sofatutor – derzeit kostenfrei für Lehrkräfte, Links zu Videos und Übungsaufgaben können verschickt werden) und diversen Übungen aus Schulbuch und weiterem online verfügbarem Unterrichtsmaterial (z.B. diesem hier) genutzt.

Schritt 2: Vokabeln wiederholen

Die Vokabeln habe ich mithilfe des Lehrwerks und Onlineressourcen wiederholt. Hier habe ich passendes Material von liveworksheets.com eingesetzt. Auf der Website finden sich nicht nur schriftliche Übungen, sondern auch Hörverstehensaufgaben, die selbstständig überprüft werden können.

Schritt 3: Kleidung fotografieren

Ich habe drei meiner Kleidungsstücke fotografiert und folgendes als Beispiel gegeben:

Example

I love hoodies. Here are three of my hoodies. They are all blue. I very much love the colour blue.

The hoodie on the right is a few months OLD.

The hoodie on the left is OLDER. Two years old, I think.

The hoodie in the middle is THE OLDEST one. My wife gave it to me as a birthday present some years ago. So it is special to me.

Drei blaue Hoodies

Meine drei blauen Hoodies dienten als Beispiel für diese Aufgabe.

Dann folgte die erste Aufgabe: Adjektive steigern.

Folgende Adjektive gab ich den Schülerinnen und Schülern, um sie erst einmal zu steigern:

wide (weit), tight (eng), long, short, comfortable, nice, colourful (bunt), beautiful, boring, expensive, cheap, warm, well-fitting (better-fitting, the best-fitting = von der Größe her passend. Auch wenn dies ein Adverb ist, so passt es doch zur Aufgabe)

Die Schülerinnen und Schüler sollten die Steigerungen nun zunächst schreiben. Dann wurden sie auf Richtigkeit überprüft: Wer das Ergebnis bei mir eingereicht hatte, bekam dafür ein Blatt mit den Lösungen.

Nun sollten die Kinder sich selbst auf die Suche nach Kleidungsstücken machen, die sie miteinander vergleichen könnten. Hierin besteht der Anknüpfungspunkt an Schülerinteressen: Ich darf etwas von mir bzw. meinem Kleiderschrank und somit von meinem Leben erzählen. Viele meiner Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe mit großer Ernsthaftigkeit und Interesse bearbeitet. Ich weiß nun, welches Kleid zu welchem Geburtstag welcher Lieblingstante getragen wurde. Einige schrieben tatsächlich kleine „Romane“, da sie intrinsisch motiviert waren – zugegeben: natürlich nicht alle.

Die Aufgabe dazu:

TASK

Take five different pieces of clothes and five different adjectives and compare them.

For example:

jeans – tight, shoes – comfortable, T-shirts – colourful, jumpers – warm, jackets – expensive

    1. Take pictures (three pairs of jeans, three pullovers, …)
    2. Write your text.
    3. Practice reading it.

Hier ist ein Ansatzpunkt zum digitalen Lernen. An unserer Schule werden die Kinder ab Klasse 5 an PCs ausgebildet. Dazu gehört auch das Einfügen von Bildern in Texte. Diese Fähigkeit sollten sie nun hier einbringen und umsetzen. Der Vorteil für mich ist dabei, dass Textdateien, bei denen Bilder klein eingefügt werden, insgesamt weniger Volumen haben (bei Verkleinerung) als einzelne Bilder, so dass der Upload oder das Zusenden als E-Mail-Anhang weniger problematisch ist.

Schritt 4: Audioaufnahmen eigener Texte

Auf jedem Smartphone gibt es ein Diktiergerät oder man kann sich kostenfreie Apps wie z.B. „mp3recorder“ herunterladen.

Die Schülerinnen und Schüler hatten nun die Aufgabe, ihre Texte einzusprechen, aufzunehmen und mir die Audiodatei zuzusenden.

Auch hier ist wieder die Verknüpfung digitaler Fähigkeiten mit Sprachlernen interessant. Aktiv umgesetzte Grammatik wird nun in möglichst natürlichen Sprachoutput umgewandelt. Dabei üben sie lautes Sprechen und können sich danach auch hören. Um den Lernenden einen Anreiz zu bieten, habe ich natürlich auch meinen Text aufgenommen und zur Verfügung gestellt. Frei nach „demonstration is better than explanation“.

Alle Schülerinnen und Schüler mussten mir Texte mit Bildern UND die Audiodateien zusenden. Insgesamt waren die Ergebnisse sehr ansprechend und die Rückmeldungen waren sehr positiv. Sicher gibt es für diese Kombination aus Digitalem und Sprachlernen noch viele weitere Möglichkeiten der Anwendung.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Having fun with English & Comedy

Im Laufe der Coronakrise bin ich mit unendlich vielen Witzen, Kurzfilmen, Nachrichten usw. über verschiedene Messenger-Dienste bombardiert worden. Vieles davon war sehr witzig, anderes überhaupt nicht mein Geschmack. Beliebt hierbei auch das Versenden von Youtube-Videos. So kam ich zu dem hier besprochenen Clip. Ich hab ihn als Anlass für eine unterhaltsame Englischstunde im Homeschooling Anfang Januar genommen. Weiterlesen

Book in a Box – Geschichten aus der Kiste

Kreative Buchvorstellungen mit Schuhkartons

Das Projekt „Book in a Box“ oder auch Lesekiste genannt, kann in jeder Sprache und in fast allen Jahrgangsstufen durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um eine Form der individuellen Aneignung und Auseinandersetzung mit einer Lektüre sowie eine kreative Form der Buchvorstellung. Ich habe es für eine Buchvorstellung im 11. Jahrgang eingesetzt – zum ersten Mal. Weiterlesen

Interactive teaching tools: mit Kahoot Vokabeln und Grammatik üben

Bereits in einem vorherigen Artikel habe ich einige Tools vorgestellt, die sich gut für den digitalen Unterricht eignen. In den vergangenen Wochen habe ich nun auch das Quiz-Tool Kahoot getestet und möchte es hier heute vorstellen.

Wie viele Programme, die auf dem Markt sind, gibt es von Kahoot eine kostenlose Basisversion, die den Lehrenden zwei Varianten anbietet: 1. Multiple Choice Questions und 2. True-False Questions. Die Grundidee besteht darin, dass alle Schülerinnen und Schüler zugleich digital auf Fragen antworten können. Die Ergebnisse werden in Echtzeit angezeigt. Weiterlesen

Kurzgeschichten 2.0

Literaturanalyse an Fernsehserien erproben

Im beruflichen Gymnasium dreht sich bei uns im 3. Semester der Qualifikationsphase alles um Literatur. In der Regel fangen wir mit Kurzgeschichten an. Manche Schülerinnen und Schüler kann man mit Literatur begeistern, viele jedoch leider nicht. Also habe ich mir letztes Jahr ein Projekt ausgedacht, durch das ich meinen Schülerinnen und Schülern zeigen konnte, dass ihnen ständig Kurzgeschichten begegnen. Weiterlesen

Vokabelrätsel und Wortschatzarbeit mit „Wordwall“

Mehr als nur Spielerei: die digitale Anwendung Wordwall

„Das ganze Leben ist ein Quiz“ sang schon Hape Kerkeling. Leider werden Spiele und Rätsel im Fremdsprachenunterricht oft nur zur Überprüfung eingesetzt. Dabei haben gerade digitale Quiztools noch viel mehr zu bieten. Größere Lernmotivation, Visualisierung, individuelles Lernen und Differenzierung sind nur einige der positiven Nebeneffekte. Ein Tool, das diese Möglichkeiten miteinander vereint, ist Wordwall.

Nach der Einführung in die allgemeinen Funktionen von Wordwall möchte ich drei Anwendungsmöglichkeiten für die Vokabelarbeit im Englischunterricht vorstellen. Weiterlesen

Gute Online-Angebote für Homeschooling-Aufgaben

„Homeschooling“ kommt für mich zusammen mit „Hamsterkauf“ und „Corona-Krise“ auf die Liste der Wörter für das Jahr 2020. Derzeit sind alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland zusammen mit ihren Eltern mit Homeoffice und Homeschooling mehr als beschäftigt. Das bringt unheimlich viel Arbeit und Stress mit sich. Als Vater schulpflichtiger Teenager und Lehrer kann ich da auf beiden Seiten des Tisches mitreden. Andererseits bietet diese Situation auch die Chance, bisher nicht oder wenig genutzte Wege zu beschreiten.

Hier möchte ich ein Projekt und eine Liste von Links vorstellen, die mir in den letzten drei Wochen (teilweise auch schon vorher) nützliche Hilfen waren. Weiterlesen

Interaktives Word-Guessing am Whiteboard

Die Vorteile von Lückentexten am Smartboard

Schon seit jeher finden sich Übungen in den Lehrwerken, bei denen die Lernenden Lückentexte mit Vokabeln ergänzen müssen. Oder Texte, die von einem fiktive Mäuschen mit Tintenfußspuren überquert wurden, so dass einzelne Wörter oder Buchstaben nicht zu lesen sind.

Der didaktische Hintergrund solcher Übung ist, denke ich, hinlänglich bekannt. In diesem Artikel möchte ich erklären, wie man eine solche Übung mithilfe eines Whiteboards einfach interaktiv gestalten kann, so dass beim Besprechen Bewegung ins Klassenzimmer kommt und die Lehrperson entlastet wird, da nicht alles an die Tafel geschrieben werden muss. Weiterlesen

Mit Grammy-Gewinner Lil Nas X kreatives Schreiben fördern

Der Song „Old Town Road“ von Lil Nas X hält seit 2019 den Rekord für den am längsten auf Nr.1 der amerikanischen Billboards Charts stehenden Hiphop-Song. Bei den diesjährigen Grammy-Awards erhielt der Song gleich zwei Auszeichnungen: Einerseits den Preis für die beste Pop-Duo-Performance. Andererseits für das beste Musikvideo in der Remix Version mit Billy Ray Cyrus.

Zu sehen hier: Weiterlesen