Furthermore: Ein Roman voll schöner Sprache

Mit dem Roman „Furthermore“ Jugendliche für die Schönheit der Sprache begeistern

Der 2016 erschienene Jugendroman „Furthermore“ sticht als besonderes Buch hervor. Ein Einband in strahlenden Farben, darauf: ein orange-goldener Fuchs, eine blaue Tür, durch die goldenes Licht fällt, ein Baum mit dreieckigen, grünen Blättern, ein rundes Haus, ein Junge mit Papyrus. Und in der Mitte: ein Mädchen mit grauweißem Haar, steinweißem Gesicht, braunen Augen, strahlend goldverzierter Kleidung, buntglitzernden Armbändern und Beeren im Haar. „Brimming with color and magic“ schreibt die New York Times über „Furthermore“ von Tahareh Mafi. Und bereits das Buchcover lässt erahnen, dass diese Beschreibung passen muss.

Zitat FurthermoreFür den Unterricht nicht nur als Ganzschrift geeignet

„Furthermore“ bietet einige spannende Ansatzpunkte und ist vor allem ein zeitgenössisches Buch, das Preteens und Teenager in englischsprachigen Ländern tatsächlich mit Begeisterung lesen. Trotzdem plädiere ich hier nicht unbedingt für das Lesen der Ganzschrift. Für eine 7. oder 8. Klasse sind Auszüge, das Titelbild sowie einige ausgewählte Seiten und Zitate empfehlenswert. Denn „Furthermore“ ist kein Buch, dass sich schnell und ohne großes Nachschlagen von Seite 1 bis 400 überfliegen lässt. Dazu ist es einfach zu vollgepackt mit Bildern, die unsere volle Aufmerksamkeit verdienen.

Ausgeschlossensein und Zusammenhalt in einer magischen Welt

Im Zentrum des Buchs steht Alice, eine Protagonistin, die „anders“ ist. Während alle Menschen in Ferenwood bunt und magisch sind, ist Alice pigmentlos und nicht mit magischen Kräften gesegnet. So fällt sie auf. Und ihr Umfeld signalisiert: Dir fehlt etwas. Du hast ein Defizit. Alice macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Es geht um Heldentum, ums Besonderssein und ums Nichtbesonderssein, um Resilienz und Stärke, Ausgeschlossenwerden und um Zusammenhalt. Auch Alices Freund, ein Junge namens Oliver, hat eigene Geheimnisse zu entschlüsseln. Und das ist in der fantastischen Welt von Ferenwood nicht leicht: Gefahren lauern, oben kann manchmal unten sein, Papier ist lebendig und links kann rechts sein oder richtig oder ganz falsch.

Aufgabe: überraschende sprachliche Bilder entschlüsseln

Eine (Nicht-)Logik, die an einigen Stellen Hommage an Alice im Wunderland ist, bezaubert die Leser:innen und lädt zum genau Hinlesen ein! Denn aus dem Zusammenhang zu schließen ist in diesem Buch an vielen Stellen unmöglich.

„The sun was raining again.“

Schon der erste Satz zeigt das ganz wunderbar. Einmal entschlüsselt kreiert er bemerkenswerte Bilder in unseren Köpfen, lädt zum Malen oder Träumen ein. „The sun was raining again.“ Was das wohl zu bedeuten hat?

„Soft and bright, rainlight fell through the sky, each drop tearing a neat hole in the season. Winter had been steady and predictable, but it was quite poked through now, and spring was peeking out from underneath it.“

„Furthermore“ ist in bildreicher Sprache geschrieben, es lässt sich hervorragend einsetzen um die Freude an Metaphern, Vergleichen, Synästhesien zu erwecken und den Lernenden Lust aufs Lesen zu bereiten. In einem solchen Satz möchte man wirklich jedes Wort verstehen. Das Wörterbuch kann also beim Entschlüsseln der Bilder und beim lustvollen Sezieren der Sätze ein wichtiger Begleiter und glanzvolles Skalpell sein. Es ist denkbar, für jede:n Schüler:in einen eigenen Satz zu suchen oder suchen zu lassen, der genau erspürt und bildlich umgesetzt wird, inklusive der neu gelernten Vokabeln. Wie kann ein Tropfen ein Loch in eine Jahreszeit reißen? Wie sieht das aus, wenn Frühling schon durch die kleinen Lücken des Winters hervorlugt?

„The people of Ferenwood were excited for spring, but this was to be expected; they had always been fond of predictable, reliable sorts of changes, like night turning into day and rain turning into snow. They didn’t much care for night turning into cake or rain turning into shoelaces, because that wouldn’t make sense, and making sense was terribly important to these people who’d built their lives around magic.“

Interpretation künstlerisch erarbeiten

Ein fächerübergreifendes Projekt mit Kolleg:innen aus dem Fachbereich Kunst könnte spannend sein, ist aber nicht dringend nötig: Die Kreativität der Schüler:innen und künstlerische Begeisterungsfähigkeit sind in diesen Jahrgangsstufen bei vielen sehr ausgeprägt. Und die, die nicht gerne malen? Können eigene Sätze erfinden oder ausschließlich mit Wörtern und Farben sowie freien Stockfotografien und -grafiken Konzepte umsetzen oder sich andere Eselsbrücken überlegen, wie sie neue Wörter behalten können: zum Beispiel indem sie Gegenteile suchen, Mindmaps erstellen oder mit Schriftarten spielen.

Mein Fazit zu „Furthermore“

„Furthermore“ ist ein tolles Buch, das in den nächsten Jahren sicherlich auch verfilmt wird. Auch daraus lässt sich vermutlich wunderbares Unterrichtmaterial erstellen. Die Lernenden werden spüren, dass es sich dabei um authentischen, modernen Jugendcontent des aktuellen Jahrtausends handelt, und nicht wenige werden tiefer eintauchen wollen in die bunte, magische, wortgewaltige Welt von Ferenwood.

In der Oberstufe mit Muttersprachlern arbeiten

Ich erinnere mich noch genau an einen Moment, als eine Referendarin tränenüberströmt im Lehrerzimmer saß. Was war passiert? In ihrer Examensklasse war ein 17-Jähriger englischer Muttersprachler, der zuhause zweisprachig aufwuchs, inklusive perfektem britischem Akzent. Nun sind in der Stresssituation Referendariat viele angehende Lehrkräfte nah am Wasser gebaut, doch was war es, das der jungen Kollegin an dieser Situation so viel Angst bereitete?

Sie hatte Minderwertigkeitsgefühle wegen ihrer eigenen Englischkenntnisse, ihrer Aussprache, ihrer Fähigkeit richtig zu korrigieren. Sie fühlte sich noch nicht sicher genug in ihrer Unterrichtssprache Englisch und machte sich Sorgen, dass ein Muttersprachler sie „entlarven“ und ihre Sprachautorität untergraben würde. Und all das womöglich noch in der Examensstunde, in der sich so einiges über ihre berufliche Zukunft entscheiden würde.

Das größte Problem in dieser Situation – so schätze ich es ein – war ihr eigenes Verständnis der Lehrer:innenrolle. Sie hatte die Vorstellung, dass Lehrkräfte unfehlbare Koryphäen sein müssten, erhaben über jeden Fehler. Wir, die ständigen Kritiker und Bewerter der Lernenden, müssten den Schein der Unfehlbarkeit wahren. Einerseits erkannte sie die Lücken in ihren Sprachkenntnissen treffend, andererseits hatte sie diesen überhöhten Anspruch an sich und andere. Ein Dilemma.

Da solche Ängste beim Unterrichten von (fast erwachsenen) Muttersprachlern gängig sind, habe ich zusammengestellt, was in dieser Situation helfen kann.

1. Die eigenen blinden Flecken erkennen und an ihnen arbeiten

Ein Fortbildungskurs, ein Sprachtandem, eine Zoomfreundschaft mit einer Lehrkraft im englischsprachigen Ausland? Ein englisches Hörbuch durcharbeiten? Ein Muttersprachler im Kurs ist ein toller Anlass, sich lebenslang fortzubilden.

2. Über das lebenslange Lernen sprechen

Schule, Universität, Referendariat, Auslandsaufenthalte, Fortbildungen … auch wenn wir als Lehrkräfte schon viele Jahre (und Jahrzehnte) der Bildung hinter uns haben ­– Sprachen sind komplex und man lernt nie aus. Das können wir auch mit den Lernenden besprechen: Lernen ist ein lebenslanges Projekt und ein Defizit ist kein Drama, sondern eine Herausforderung.

3. Die Lehrer:innenrolle überdenken

Sind wir allwissende Götter, die den Lernenden in jeder Hinsicht „überlegen“ sind? Nein. Lernende, die – in mancherlei Hinsicht – mehr wissen als wir – sollten wir deshalb nicht als Bedrohung wahrnehmen, sondern als Bereicherung.

4. Die eigenen Stärken sehen

Was kann ich dem Schüler trotz seines fortgeschrittenen Sprachstands noch beibringen? Bestehen Probleme im Bereich Orthographie? Sprachregister? Textgliederung? Textinterpretation und -analyse? Passende Strategien für Erfolg in Prüfungssituationen (bspw. mündliche Prüfungen, Klausuren, Präsentationen). Häufig haben zweisprachige Lernende in der Oberstufe noch Probleme, umgangssprachliche Wendungen in den richtigen Situationen zu verwenden und zum Beispiel in Klausuren nicht zu verwenden. Da können wir helfen.

5. Hilfe annehmen.

Auch versierte Englischsprecher:innen könnten Zweifel bekommen beim Korrigieren einer muttersprachlich verfassten Klausur. Aber das Wörterbuch liegt ja gleich neben dem Klausurenstapel. Kollokationen, Synonyme, grammatikalische Zweifelsfälle: Das (elektronische) Wörterbuch hilft. Und eventuell auch die muttersprachliche Kollegin, die soeben von einer Austauschreise zurückgekehrt ist.

6. Über die (Gleich-)Wertigkeit von Akzenten sprechen.

Beim Zweitspracherwerb bleibt – für die meisten Menschen – ein (kleiner) Akzent zurück. Natürlich arbeiten wir an einem milden, universal verständlichen Akzent, trotzdem muss niemand seine Herkunft leugnen. Auch Lehrer:innen nicht. Dass wir nicht zu hundert Prozent wie Muttersprachler klingen, ist keine Schande. Im Gegenteil: Wir können die Chance nutzen, um über Vorurteile gegenüber Menschen zu sprechen, die „anders“ klingen.

7. Eine umfangreiche Diagnose durchführen.

Während des Unterrichts, in Klausuren und Projekten: muttersprachliche Lernende verdienen Diagnose ebenso wie andere Schüler:innen. Und es gibt immer etwas zu tun.

8. Mit der Person selbst das Gespräch suchen.

Welche Förderung wünschst du dir? Wo siehst du Schwachstellen? Wie ist deine Haltung gegenüber mir als Lehrkraft? Welche Verabredung treffen wir für das gemeinsame Lernen?

Es ist sehr sinnvoll, gleich zu Beginn klare Absprachen über die gemeinsame Arbeit zu treffen. Ist es okay, vor der Klasse korrigiert zu werden? Ist die Schülerin mit einer Sonderrolle einverstanden? Möchte sie eine wöchentliche Kurzsequenz übernehmen, etwa einen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage geben? Wo sieht die Person selbst eigene Stärken? Wie kann sie den Unterricht bereichern?

9. Mehr Schüler:innenbeteiligung ermöglichen

Die Interessen der Lernenden in der Oberstufe sind vielschichtig. Nicht selten nutzen sie englischsprachige Quellen, um sich zu informieren oder zu unterhalten. Gibt es Comedians, die gerade angesagt sind? Kritische Kabarettist:innen und Journalist:innen, die beliebt sind (z.B. Hasan Minhaj, John Oliver). Die Lernenden können im Wechsel ihre Quellen vorstellen oder eine gemeinsame Ressourcenliste (Information und Unterhaltung) anlegen.

Kurzum: Muttersprachler:innen können eine Bereicherung darstellen und uns daran erinnern, dass wir alle unterschiedliche Stärken haben, die es zu entdecken gilt und die für das gemeinsame Lernen genutzt werden können. Sie bieten eine tolle Gelegenheit, um zu zeigen: Auch ich als Lehrkraft bilde mich weiter und freue mich über die Stärken meiner Kursgruppe.

 

PS: Wie muttersprachliche Schüler:innen den Unterricht in Klasse 5 bereichern und welche Aufgaben sie übernehmen können, habe ich hier zusammengefasst.


Beitragsbild: Alexis Brown | Unsplash.com

Music in a Box: singender Karton mit Stilmittelanalyse

Vor einigen Monaten habe ich einen Blogbeitrag über das Projekt „Book in a Box“ geschrieben. Nun habe ich dieses Projekt für meinen 13. Jahrgang (Grundkurs) abgewandelt und daraus „Music in a Box“ gemacht. Die Herangehensweise ist ähnlich und kann ab dem 11. Jahrgang eingesetzt werden. Bei uns ist „Music“ im Rahmenlehrplan der Fremdsprache im beruflichen Gymnasium ein Unterthema von „Literatur“. Da wir schon Kurzgeschichten und einen Roman gelesen haben, wollte ich an das Thema „Music“ anders herangehen.

Aufgabenstellung: Packe den Song in einen Karton

Die Schülerinnen und Schüler haben zunächst einen Song ausgewählt, den sie vorstellen wollten. Dann haben sie von mir die Aufgabe erhalten, Gegenstände im Haushalt zu finden, die sie nutzen können, um den Inhalt des Songs zu beschreiben. Die Gegenstände durften auch selbst gebastelt werden. Der Schuhkarton sollte schon von außen den Bezug zum Song zeigen, zum Beispiel durch Verzierungen in Form von Symbolen, Bildern o. ä.

Wie bei dem „Book in a Box“-Projekt konnten die Gegenstände auch von illustrativem, interpretierendem und symbolischem Charakter sein (z. B. bestimmte Gegenstände oder Farben). Außerdem sollten die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Vorstellung vier Stilmittel in dem Song herausarbeiten, benennen und ihre Funktion erklären, also zum Beispiel die Wiederholung, Übertreibung oder die rhetorische Frage. Somit wurden die Stilmittel auch nochmal wiederholt. Informationen über die Band, den Sänger oder die Sängerin waren auch Bestandteil der Aufgabenstellung.

Um technischen Problemen aus dem Weg zu gehen, sollten alle Schülerinnen und Schüler „ihren“ Song auf einem USB-Stick mit zur Präsentation bringen. Am Ende jeder Präsentation haben wir den gewählten Song nämlich gemeinsam gehört.

Wortschatzarbeit wie von selbst

Meine Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrganges sind mit der Handhabung des elektronischen Wörterbuchs EX-word sehr routiniert. Ich muss sie schon lange nicht mehr auffordern, es aus den Taschen zu holen oder es auch zuhause zu benutzten. Der Mehrwert der Geräte ist ihnen schon in „Fleisch und Blut“ übergegangen.

Beispiel: ein Schuhkarton für „Astronaut in the Ocean” von Masked Wolf

Eine Schülerin hatte sich für „Astronaut in the Ocean” von Masked Wolf entschieden. Von außen war ihr Schuhkarton mit mehreren Planeten, einem Astronauten und einer Sternengirlande beklebt. Im Schuhkarton selbst fand sich eine Maske, eine Wasserpistole, eine Krone, ein kleines Buch – das die Bibel darstellen sollte –, ein Ladekabel und eine Lupe. Als Stilmittel hat die Schülerin die rhetorische Frage, die Metapher, die Wiederholung und die Übertreibung genannt.

Eine Box für den Song "Astronaut in the Ocean" – Außenansicht

Eine Box für den Song „Astronaut in the Ocean“ – Außenansicht

Eine Box für den Song "Astronaut in the Ocean" – Inhalte

Eine Box für den Song „Astronaut in the Ocean“ – Inhalte

Weitere vorgestellte Songs waren:

„Living in a box“ von Living in a Box

“Follow you” von Imagine Dragon

“You’ll never walk alone” von Gery & The Pacemaker

“Earth” von Lil.Dicky

“Looking for Freedom” von David Hasselhoff”

“Fuck 2020” von Scooter

“My heart will go on” von Celine Dion

u.v.m.

Fazit: viele alte und neue Songs. Und: Es geht auch digital

Anfangs waren die Schülerinnen und Schüler von der Bastelarbeit wenig begeistert. Die Ergebnisse zeigten allerdings ein ganz anderes Bild. Bei den Präsentationen stellte sich heraus, dass die meisten Songs bekannt waren, viele aber bisher wenig auf die Wortwahl und die Inhalte geachtet hatten. Für den Wortschatz hat deshalb die Auseinandersetzung mit den Liedtexten eine Menge gebracht. Bei jeder einzelnen Buchvorstellung wollten die Jugendlichen unbedingt den Inhalt richtig verstehen. Diverse Wörter, die im Schulalltag wenig bis gar nicht gebraucht werden, wurden mit Hilfe des EX-word schnell übersetzt und in den Wortschatz aufgenommen. Was will man als Fremdsprachenlehrerin mehr? Am Ende fand mein Kurs die Aufgabe super.

Leider konnten wir vier Präsentationen nur noch online hören, aber das hat auch wunderbar geklappt. Die Schülerinnen und Schüler haben die Kartons abfotografiert und über den Bildschirm geteilt. Die Lieder haben wir dann über watch2gether gemeinsam gehört.

Ich bin immer noch auf der Suche nach einer interessanten Möglichkeit, meinen Schülerinnen und Schülern englische Gedichte schmackhaft zu machen. Habt Ihr nicht vielleicht noch ein paar Tipps für mich?

 


Beitragsbild: Pexels | Pixabay

Bekleidungswortschatz und Adjektive digital lernen – einfach realisiert

Wie schafft man es, Vokabelübungen mit Grammatik und digitalem Lernen zu verknüpfen? Vor dieser Herausforderung stehen Lehrerinnen und Lehrer seit nunmehr zwölf Monaten und alle versuchen ihr Bestes. Hier möchte ich heute ein Beispiel aus meinem Englischunterricht beschreiben, dass relativ einfach zu realisieren ist. Hauptthemen der Unterrichtseinheit waren die Steigerung von Adjektiven und die Wiederholung von Vokabular zum Thema „Kleidung“.

Schritt 1: Grammatikeinführung mit Videos

Für die Grammatikeinführung und Übungen habe ich Lehrvideos (z.B. von Sofatutor – derzeit kostenfrei für Lehrkräfte, Links zu Videos und Übungsaufgaben können verschickt werden) und diversen Übungen aus Schulbuch und weiterem online verfügbarem Unterrichtsmaterial (z.B. diesem hier) genutzt.

Schritt 2: Vokabeln wiederholen

Die Vokabeln habe ich mithilfe des Lehrwerks und Onlineressourcen wiederholt. Hier habe ich passendes Material von liveworksheets.com eingesetzt. Auf der Website finden sich nicht nur schriftliche Übungen, sondern auch Hörverstehensaufgaben, die selbstständig überprüft werden können.

Schritt 3: Kleidung fotografieren

Ich habe drei meiner Kleidungsstücke fotografiert und folgendes als Beispiel gegeben:

Example

I love hoodies. Here are three of my hoodies. They are all blue. I very much love the colour blue.

The hoodie on the right is a few months OLD.

The hoodie on the left is OLDER. Two years old, I think.

The hoodie in the middle is THE OLDEST one. My wife gave it to me as a birthday present some years ago. So it is special to me.

Drei blaue Hoodies

Meine drei blauen Hoodies dienten als Beispiel für diese Aufgabe.

Dann folgte die erste Aufgabe: Adjektive steigern.

Folgende Adjektive gab ich den Schülerinnen und Schülern, um sie erst einmal zu steigern:

wide (weit), tight (eng), long, short, comfortable, nice, colourful (bunt), beautiful, boring, expensive, cheap, warm, well-fitting (better-fitting, the best-fitting = von der Größe her passend. Auch wenn dies ein Adverb ist, so passt es doch zur Aufgabe)

Die Schülerinnen und Schüler sollten die Steigerungen nun zunächst schreiben. Dann wurden sie auf Richtigkeit überprüft: Wer das Ergebnis bei mir eingereicht hatte, bekam dafür ein Blatt mit den Lösungen.

Nun sollten die Kinder sich selbst auf die Suche nach Kleidungsstücken machen, die sie miteinander vergleichen könnten. Hierin besteht der Anknüpfungspunkt an Schülerinteressen: Ich darf etwas von mir bzw. meinem Kleiderschrank und somit von meinem Leben erzählen. Viele meiner Schülerinnen und Schüler haben die Aufgabe mit großer Ernsthaftigkeit und Interesse bearbeitet. Ich weiß nun, welches Kleid zu welchem Geburtstag welcher Lieblingstante getragen wurde. Einige schrieben tatsächlich kleine „Romane“, da sie intrinsisch motiviert waren – zugegeben: natürlich nicht alle.

Die Aufgabe dazu:

TASK

Take five different pieces of clothes and five different adjectives and compare them.

For example:

jeans – tight, shoes – comfortable, T-shirts – colourful, jumpers – warm, jackets – expensive

    1. Take pictures (three pairs of jeans, three pullovers, …)
    2. Write your text.
    3. Practice reading it.

Hier ist ein Ansatzpunkt zum digitalen Lernen. An unserer Schule werden die Kinder ab Klasse 5 an PCs ausgebildet. Dazu gehört auch das Einfügen von Bildern in Texte. Diese Fähigkeit sollten sie nun hier einbringen und umsetzen. Der Vorteil für mich ist dabei, dass Textdateien, bei denen Bilder klein eingefügt werden, insgesamt weniger Volumen haben (bei Verkleinerung) als einzelne Bilder, so dass der Upload oder das Zusenden als E-Mail-Anhang weniger problematisch ist.

Schritt 4: Audioaufnahmen eigener Texte

Auf jedem Smartphone gibt es ein Diktiergerät oder man kann sich kostenfreie Apps wie z.B. „mp3recorder“ herunterladen.

Die Schülerinnen und Schüler hatten nun die Aufgabe, ihre Texte einzusprechen, aufzunehmen und mir die Audiodatei zuzusenden.

Auch hier ist wieder die Verknüpfung digitaler Fähigkeiten mit Sprachlernen interessant. Aktiv umgesetzte Grammatik wird nun in möglichst natürlichen Sprachoutput umgewandelt. Dabei üben sie lautes Sprechen und können sich danach auch hören. Um den Lernenden einen Anreiz zu bieten, habe ich natürlich auch meinen Text aufgenommen und zur Verfügung gestellt. Frei nach „demonstration is better than explanation“.

Alle Schülerinnen und Schüler mussten mir Texte mit Bildern UND die Audiodateien zusenden. Insgesamt waren die Ergebnisse sehr ansprechend und die Rückmeldungen waren sehr positiv. Sicher gibt es für diese Kombination aus Digitalem und Sprachlernen noch viele weitere Möglichkeiten der Anwendung.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Having fun with English & Comedy

Im Laufe der Coronakrise bin ich mit unendlich vielen Witzen, Kurzfilmen, Nachrichten usw. über verschiedene Messenger-Dienste bombardiert worden. Vieles davon war sehr witzig, anderes überhaupt nicht mein Geschmack. Beliebt hierbei auch das Versenden von Youtube-Videos. So kam ich zu dem hier besprochenen Clip. Ich hab ihn als Anlass für eine unterhaltsame Englischstunde im Homeschooling Anfang Januar genommen. Weiterlesen

Book in a Box – Geschichten aus der Kiste

Kreative Buchvorstellungen mit Schuhkartons

Das Projekt „Book in a Box“ oder auch Lesekiste genannt, kann in jeder Sprache und in fast allen Jahrgangsstufen durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um eine Form der individuellen Aneignung und Auseinandersetzung mit einer Lektüre sowie eine kreative Form der Buchvorstellung. Ich habe es für eine Buchvorstellung im 11. Jahrgang eingesetzt – zum ersten Mal. Weiterlesen

Interactive teaching tools: mit Kahoot Vokabeln und Grammatik üben

Bereits in einem vorherigen Artikel habe ich einige Tools vorgestellt, die sich gut für den digitalen Unterricht eignen. In den vergangenen Wochen habe ich nun auch das Quiz-Tool Kahoot getestet und möchte es hier heute vorstellen.

Wie viele Programme, die auf dem Markt sind, gibt es von Kahoot eine kostenlose Basisversion, die den Lehrenden zwei Varianten anbietet: 1. Multiple Choice Questions und 2. True-False Questions. Die Grundidee besteht darin, dass alle Schülerinnen und Schüler zugleich digital auf Fragen antworten können. Die Ergebnisse werden in Echtzeit angezeigt. Weiterlesen

Kurzgeschichten 2.0

Literaturanalyse an Fernsehserien erproben

Im beruflichen Gymnasium dreht sich bei uns im 3. Semester der Qualifikationsphase alles um Literatur. In der Regel fangen wir mit Kurzgeschichten an. Manche Schülerinnen und Schüler kann man mit Literatur begeistern, viele jedoch leider nicht. Also habe ich mir letztes Jahr ein Projekt ausgedacht, durch das ich meinen Schülerinnen und Schülern zeigen konnte, dass ihnen ständig Kurzgeschichten begegnen. Weiterlesen

Vokabelrätsel und Wortschatzarbeit mit „Wordwall“

Mehr als nur Spielerei: die digitale Anwendung Wordwall

„Das ganze Leben ist ein Quiz“ sang schon Hape Kerkeling. Leider werden Spiele und Rätsel im Fremdsprachenunterricht oft nur zur Überprüfung eingesetzt. Dabei haben gerade digitale Quiztools noch viel mehr zu bieten. Größere Lernmotivation, Visualisierung, individuelles Lernen und Differenzierung sind nur einige der positiven Nebeneffekte. Ein Tool, das diese Möglichkeiten miteinander vereint, ist Wordwall.

Nach der Einführung in die allgemeinen Funktionen von Wordwall möchte ich drei Anwendungsmöglichkeiten für die Vokabelarbeit im Englischunterricht vorstellen. Weiterlesen

Gute Online-Angebote für Homeschooling-Aufgaben

„Homeschooling“ kommt für mich zusammen mit „Hamsterkauf“ und „Corona-Krise“ auf die Liste der Wörter für das Jahr 2020. Derzeit sind alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland zusammen mit ihren Eltern mit Homeoffice und Homeschooling mehr als beschäftigt. Das bringt unheimlich viel Arbeit und Stress mit sich. Als Vater schulpflichtiger Teenager und Lehrer kann ich da auf beiden Seiten des Tisches mitreden. Andererseits bietet diese Situation auch die Chance, bisher nicht oder wenig genutzte Wege zu beschreiten.

Hier möchte ich ein Projekt und eine Liste von Links vorstellen, die mir in den letzten drei Wochen (teilweise auch schon vorher) nützliche Hilfen waren. Weiterlesen