Vokabelrätsel und Wortschatzarbeit mit „Wordwall“

Mehr als nur Spielerei: die digitale Anwendung Wordwall

„Das ganze Leben ist ein Quiz“ sang schon Hape Kerkeling. Leider werden Spiele und Rätsel im Fremdsprachenunterricht oft nur zur Überprüfung eingesetzt. Dabei haben gerade digitale Quiztools noch viel mehr zu bieten. Größere Lernmotivation, Visualisierung, individuelles Lernen und Differenzierung sind nur einige der positiven Nebeneffekte. Ein Tool, das diese Möglichkeiten miteinander vereint, ist Wordwall.

Nach der Einführung in die allgemeinen Funktionen von Wordwall möchte ich drei Anwendungsmöglichkeiten für die Vokabelarbeit im Englischunterricht vorstellen. Weiterlesen

Gute Online-Angebote für Homeschooling-Aufgaben

„Homeschooling“ kommt für mich zusammen mit „Hamsterkauf“ und „Corona-Krise“ auf die Liste der Wörter für das Jahr 2020. Derzeit sind alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland zusammen mit ihren Eltern mit Homeoffice und Homeschooling mehr als beschäftigt. Das bringt unheimlich viel Arbeit und Stress mit sich. Als Vater schulpflichtiger Teenager und Lehrer kann ich da auf beiden Seiten des Tisches mitreden. Andererseits bietet diese Situation auch die Chance, bisher nicht oder wenig genutzte Wege zu beschreiten.

Hier möchte ich ein Projekt und eine Liste von Links vorstellen, die mir in den letzten drei Wochen (teilweise auch schon vorher) nützliche Hilfen waren. Weiterlesen

Interaktives Word-Guessing am Whiteboard

Die Vorteile von Lückentexten am Smartboard

Schon seit jeher finden sich Übungen in den Lehrwerken, bei denen die Lernenden Lückentexte mit Vokabeln ergänzen müssen. Oder Texte, die von einem fiktive Mäuschen mit Tintenfußspuren überquert wurden, so dass einzelne Wörter oder Buchstaben nicht zu lesen sind.

Der didaktische Hintergrund solcher Übung ist, denke ich, hinlänglich bekannt. In diesem Artikel möchte ich erklären, wie man eine solche Übung mithilfe eines Whiteboards einfach interaktiv gestalten kann, so dass beim Besprechen Bewegung ins Klassenzimmer kommt und die Lehrperson entlastet wird, da nicht alles an die Tafel geschrieben werden muss. Weiterlesen

Mit Grammy-Gewinner Lil Nas X kreatives Schreiben fördern

Der Song „Old Town Road“ von Lil Nas X hält seit 2019 den Rekord für den am längsten auf Nr.1 der amerikanischen Billboards Charts stehenden Hiphop-Song. Bei den diesjährigen Grammy-Awards erhielt der Song gleich zwei Auszeichnungen: Einerseits den Preis für die beste Pop-Duo-Performance. Andererseits für das beste Musikvideo in der Remix Version mit Billy Ray Cyrus.

Zu sehen hier: Weiterlesen

Context Clues und Kurzfilmdrehs

Eine amerikanische Englischlehrerin teilt ihre besten Methoden für die Wortschatzarbeit

Wir alle erinnern uns noch an den Film „Dangerous Minds“, der 1995 in die deutschen Kinos kam, oder? Ich war wahrscheinlich 13 Jahr alt, als ich ihn zum ersten Mal sah, und ich war fasziniert: Michelle Pfeiffer spielt in Dangerous Minds eine Lehrerin, die in einem rauen Klima von Gangs und Kriminalität an einer amerikanischen High School mit Lyrik, Karate, Schokoriegeln und viel Menschlichkeit ihren Schüler*innen hilft, wieder einen hoffnungsvollen Weg ins Leben zu finden.

2015, 20 Jahre später, traf ich Nancy Barile, Englischlehrerin an der Revere High School in der Nähe von Boston, deren Geschichte den Geschehnissen in „Dangerous Minds“ verblüffend ähnelt. Weiterlesen

Lachen und lernen: Nomen und Adjektive ergeben ein tolles Gesellschaftsspiel

„Was ist nochmal ein Adjektiv?“ „Und was ist ein Nomen?“ Grammatische Konzepte sind für Schüler*innen oft schwer zu fassen. Da im Englischen fast alle Wörter mit kleingeschrieben werden, ist das Erkennen von Nomen zusätzlich erschwert. Moderner Grammatikunterricht ist auch Wortschatzunterricht: Über die Wortebene lassen sich grammatische Konzepte oft leichter verinnerlichen. Sehr hilfreich dabei kann ein Brettspiel sein, das im englischsprachigen Raum bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sehr beliebt ist: Ob für Vertretungsstunden oder als Teil des Unterrichts in allen Klassenstufen – das Spiel „Apples to Apples” bietet jede Menge Spaß und tolle Möglichkeiten, Vokabeln zu lernen und zu festigen sowie Wortgruppen zu verinnerlichen. Weiterlesen

Mit Wortschatzarbeit in die Lektüre „The Hunger Games“ einsteigen

Wer mit Schüler*innen der zehnten oder elften Klasse eine Ganzschrift liest, hat oft mit Herausforderungen zu kämpfen. Wir hoffen, dass Jugendliche schon früh an Romane in einer Fremdsprache herangeführt werden. Dennoch könnte es für viele Jugendliche das erste Mal sein, dass sie ein Buch in der Fremdsprache in der Hand halten, das kein Schulbuch ist. Lässt man die Schüler*innen eine Lektüre wählen, entscheiden sie sich häufig für „The Hunger Games” (deutsch: Die Tribute von Panem). Der erste Teil der Trilogie ist 2008 erschienen, der erste Film kam 2012 ins Kino. Auch durch die Mehrbändigkeit sind die Bücher und Filme bei Jugendlichen weiterhin sehr beliebt. Weiterlesen

Christmas with the Kids: Weihnachtliche Geschichten und -spiele in Klasse 5

Unterhaltsame Unterrichtsideen für die letzten Wochen des Jahres

Alle Jahre wieder stehen Weihnachten und die Ferien vor der Tür. Im Advent sind hunderte Veranstaltungen im Terminkalender der Schule. Der Unterricht fällt aus, manchmal sind nur einige Schüler*innen in der Klasse, andere bauen irgendwo eine Bühne oder einen Waffelstand auf. Mit dem Lehrbuch kann und möchte man nun oft nicht so richtig weitermachen, für einen englischen Film sind die Jüngsten oft noch nicht fortgeschritten genug. Manchmal muss man auch Kolleg*innen vertreten, die noch eine zusätzliche Probe mit dem Schulchor durchführen oder mit einer vorweihnachtlichen Erkältung das Bett hüten.

Da würden ein paar Stunden mit spielerischer Vokabelarbeit zu Weihnachts- und Ferienthemen, die die Schüler*innen individuell bearbeiten, schon weiterhelfen. Für diese Momente habe ich immer ein Themenblatt in der Tasche, das gut funktioniert, egal wie weit die Schüler*innen gerade sind. Weiterlesen

The Truth about Immigration?

Die TV-Doku wirkte zunächst ausgewogen. Aber die Wortwahl zeigte: Sie ist vor allem geeignet, um zu zeigen, wie man politische Agenda des Filmemachers erkennt.

2015 recherchierte ich für die Arbeit mit einem Oberstufenkurs Dokumentationen zum Thema “Immigration”. Die Quelle sollte vertrauenswürdig und englischsprachig sein. Ein einstündiger Beitrag der BBC, der weltweit größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, erschien mir passend. Stutzig machte mich allerdings der Titel der Dokumentation: “The Truth about Immigration”. Bei der Behauptung “The Truth about …” schrillen wohl bei vielen die Alarmglocken. Wer maßt es sich schon an, die (eine) Wahrheit über ein Thema darlegen zu können?

Scheinbar ausgewogenes Pro und Kontra

Ich schaute die Dokumentation an und bekam im Intro den Eindruck, es ginge darum, Immigration sowohl als Herausforderung als auch als Chance zu betrachten und von beiden Seiten gleichermaßen zu beleuchten. Das sollte wohl auch den Ausdruck “Truth” rechtfertigen.

Beim Zuhören sammelte ich die benannten Chancen und Herausforderungen von Immigration und formulierte das Zusammensuchen von Argumenten für beide Richtungen als Aufgabe für die Schüler*innen meines Kurses. Tatsächlich: Die genannten Chancen und Herausforderungen schienen zahlenmäßig gleichmäßig verteilt. Als Chance wurde insbesondere genannt, dass die Wirtschaft von Arbeitskräften aus dem Ausland profitierte und vor allem Arbeiten vergeben werden konnten, die britische Arbeitnehmer*innen ablehnten. Als Herausforderung wurde benannt, dass unterschiedliche Kulturen aufeinandertrafen und die Veränderungen im Land schnell vonstatten gingen. Auf der Inhaltsebene konnte man von einer in etwa ausgewogenen Dokumentation ausgehen.

Die populistische Wortwahl verrät die Haltung des Filmemachers

Dennoch hatte ich ein skeptisches Gefühl der Dokumentation gegenüber, konnte aber damals nicht genau benennen, woher es kam. Ein Jahr später schaute ich die Dokumentation erneut an: Welche Worte werden hier eigentlich benutzt, um die oben beschriebenen Inhalte zu vermitteln? Ich schrieb auffällige Schlagworte auf: Anxiety, invasion, panics, mass immigration, antisocial behaviour, rubbish, being taken over, culture clash, demonization, wave of immigration, annual inflow of some 50,000 dependents, a nation heaping up its own funeral pyre, political explosion, swamped by people of a different culture, level of migration has been too high, segregation, ghettoization, multitudes of people, tide of people, crowded island, overcrowded, full to bursting, the city has absorbed immigrants for centuries, benefit takers, waves of people, competitors for new jobs, public anxiety, wishful thinking, miscalculation, welcoming the East, numbers mounted, completely catastrophic, (they thought) their job was at risk, (they thought) wages were undercut, inflation, fear of racism, immigration tinderbox, irreversible, absorbing immigrants …

Dies sind nur einige der Begriffe, die zeigen, dass die verwendete Rhetorik der Wortwahl von Populisten entspricht. Angstmache und „Katastrophisierung“ sind führende Motive. Selbst in positiven Aussagen werden nur negativ konnotierte Begriffe verwendet: “We would be shooting ourselves in the foot, if we restricted one of the main sources of growth which is to allow migrants in who are innovative and who bring skills we wouldn’t otherwise have got.”

Im ersten Jahr hatte ich es unterlassen, die Wortebene mit den Schüler*innen zu untersuchen und zu zeigen: Auch wenn beim Inhalt Ausgewogenheit suggeriert wird, sind die Begriffe doch so gewählt, dass sie bei den Zuschauer*innen nahezu ausschließlich negative Gefühle zum Thema Immigration wecken. Menschen, die einwandern, werden in fast allen Formulierungen entmenschlicht und als Nummern, Wellen, Feuer- und Explosionsherde, Invasoren, Massen, Flüsse, Sümpfe und Fluten beschrieben – kurzum: Naturkatastrophen, die es zu verhindern oder höchstens aus Vernunftgründen zu tolerieren gilt.

Ausgrenzung und Angstmacherei in Wort, Bild und Ton

Wenn die Schüler*innen diese entmenschlichende Rhetorik erkennen, können sie sie auch in Videos, die ihnen heute in ihren Social Media-Kanälen zugesandt werden, bemerken und reflektieren. Ergänzend können sie auch die nichtverbalen Elemente der audiovisuellen Quelle untersuchen:

  • Welche Wirkung haben die gezeigten Bilder?
  • Welche Menschen wurden ausgewählt und wer kommt nicht zu Wort?
  • Welche Themen werden ausgeklammert?
  • Gibt es auch Bilder, die Personen mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam in positiven Kontexten zeigen?
  • Gibt es Bilder von Migrant*innen, die an Universitäten, in Krankenhäusern, in Firmen und Bibliotheken arbeiten?
  • Wie wird Musik genutzt, um eine apokalyptische Stimmung hervorzurufen und das Adrenalin des Zuschauers auf Höchststand zu halten?
  • Was zeigt es uns, dass die wenigen Momente, die mit entspannter, leichter Musik unterlegt sind, die “urbritischen” Veranstaltungen mit Zuchtpferden und -hunden sind, bei denen kaum Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher kultureller oder finanzieller Herkunft beteiligt sind?

In einem neuen Unterrichtsansatz wird die Dokumentation auf diese Gesichtspunkte hin untersucht: Argumente, Bildwahl, Menschen, die zu Wort kommen, Musikunterlegung und vor allem Wortwahl. Das Thema Immigration verdient, dass Schüler*innen lernen, genau hinzuschauen und Quellen kritisch zu hinterfragen. Wer ist der Autor, Nick Robinson? Wo ist sein politisches Zuhause? Und wie konnte ein Fernsehbeitrag wie “The Truth About Immigration” (2014) ein politisches Klima mitbeeinflussen, in dem 2016 der Brexit möglich wurde?

Einstieg: eine Dokumentation über „Immigration“ planen

Als Einstieg sind wir die Frage angegangen, wie eine Dokumentation gestaltet werden kann, die sich mit allen Aspekten des multikulturellen Zusammenlebens beschäftigt. Wenn die Schüler*innen eine Dokumentation mit dem Titel „The Truth about Immigration“ filmen würden:

  • Wie würde diese aussehen?
  • Wen würden sie befragen, wenn sie die Regisseur*innen wären?
  • An welche Drehorte würden sie fahren?
  • Welche Bilder würden sie zeigen wollen?
  • Mit welcher Musik diese unterlegen?
  • Und vor allem: Welche Begriffe würden sie verwenden, um über Menschen zu sprechen, die aus einem anderen Land gekommen sind und nun in der neuen Heimat ein Leben aufbauen?
  • Welche Begriffe und Vergleiche würden sie auf jeden Fall vermeiden wollen?

Hierzu können alle Schüler*innen alle Fragen beantworten oder sich jeweils auf eine Frage konzentrieren. Gemeinsam sammeln die Jugendlichen an Dokumentenkamera oder Whiteboard die Ideen für ihre eigene Dokumentation. So entsteht vor dem Anschauen ein Bild, wie eine Dokumentation aussehen könnte. Die Fragen dieser ersten Aufgabe können auch während des Anschauens als Beobachtungsfragen dienen.

Nach dem Schauen besprechen die Schüler*innen ihre eigene Vorstellung einer ausgewogenen Dokumentation und die Aspekte der BBC-Dokumentation und stellen (hoffentlich) fest: die Kraft von Worten mit starken Konnotationen ist nicht zu unterschätzen.

Mit der Abiturlektüre „Mother to Mother“ arbeiten

Aus Zitaten entsteht ein eigenes Theaterstück

Die Lektüre „Mother to Mother” kommt derzeit in einigen Bundesländern als Abiturlektüre zum Thema „South Africa” zum Einsatz. Die Autorin ist Sindiwe Magona, eine südafrikanische Menschenrechtlerin und Schriftstellerin. In „Mother to Mother” erzählt sie – basierend auf einem wahren Tötungsdelikt – die Geschichte des Mordes an Amy Biehl. Die weiße, amerikanische Studentin und Anti-Apartheid-Aktivistin wurde 1993 von einer wütenden Gruppe schwarzer Südafrikaner ermordet. Erzählerin des Romans ist die Mutter eines der Mörder. Mit der Erzählung wendet sie sich an Amy Biehls Mutter und beschreibt die gewaltgeprägte Gesellschaft, in der zunächst sie selbst und später ihr Sohn aufwuchsen.

Als roter Faden und Zielprodukt einer Unterrichtseinheit, die sowohl den Roman als auch die Hintergründe der Apartheid in Südafrika umspannt, bietet sich beispielsweise das gemeinsame Erstellen einer kreativen Präsentation an. Darin werden die Schlüsselbegriffe der südafrikanischen Apartheidsgeschichte sowie sorgfältig ausgewählte Zitate aus „Mother to Mother” zu einer Textkollage verwoben. Ich habe mich mit meiner Klasse für eine Präsentationsform als 60-minütiges Theaterstück entschieden, in dem sich Zitate und Kurzpräsentationen abwechseln. Weiterlesen