Beiträge

Mit Grammy-Gewinner Lil Nas X kreatives Schreiben fördern

Der Song „Old Town Road“ von Lil Nas X hält seit 2019 den Rekord für den am längsten auf Nr.1 der amerikanischen Billboards Charts stehenden Hiphop-Song. Bei den diesjährigen Grammy-Awards erhielt der Song gleich zwei Auszeichnungen: Einerseits den Preis für die beste Pop-Duo-Performance. Andererseits für das beste Musikvideo in der Remix Version mit Billy Ray Cyrus.

Zu sehen hier: Weiterlesen

The Truth about Immigration?

Die TV-Doku wirkte zunächst ausgewogen. Aber die Wortwahl zeigte: Sie ist vor allem geeignet, um zu zeigen, wie man politische Agenda des Filmemachers erkennt.

2015 recherchierte ich für die Arbeit mit einem Oberstufenkurs Dokumentationen zum Thema “Immigration”. Die Quelle sollte vertrauenswürdig und englischsprachig sein. Ein einstündiger Beitrag der BBC, der weltweit größten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, erschien mir passend. Stutzig machte mich allerdings der Titel der Dokumentation: “The Truth about Immigration”. Bei der Behauptung “The Truth about …” schrillen wohl bei vielen die Alarmglocken. Wer maßt es sich schon an, die (eine) Wahrheit über ein Thema darlegen zu können?

Scheinbar ausgewogenes Pro und Kontra

Ich schaute die Dokumentation an und bekam im Intro den Eindruck, es ginge darum, Immigration sowohl als Herausforderung als auch als Chance zu betrachten und von beiden Seiten gleichermaßen zu beleuchten. Das sollte wohl auch den Ausdruck “Truth” rechtfertigen.

Beim Zuhören sammelte ich die benannten Chancen und Herausforderungen von Immigration und formulierte das Zusammensuchen von Argumenten für beide Richtungen als Aufgabe für die Schüler*innen meines Kurses. Tatsächlich: Die genannten Chancen und Herausforderungen schienen zahlenmäßig gleichmäßig verteilt. Als Chance wurde insbesondere genannt, dass die Wirtschaft von Arbeitskräften aus dem Ausland profitierte und vor allem Arbeiten vergeben werden konnten, die britische Arbeitnehmer*innen ablehnten. Als Herausforderung wurde benannt, dass unterschiedliche Kulturen aufeinandertrafen und die Veränderungen im Land schnell vonstatten gingen. Auf der Inhaltsebene konnte man von einer in etwa ausgewogenen Dokumentation ausgehen.

Die populistische Wortwahl verrät die Haltung des Filmemachers

Dennoch hatte ich ein skeptisches Gefühl der Dokumentation gegenüber, konnte aber damals nicht genau benennen, woher es kam. Ein Jahr später schaute ich die Dokumentation erneut an: Welche Worte werden hier eigentlich benutzt, um die oben beschriebenen Inhalte zu vermitteln? Ich schrieb auffällige Schlagworte auf: Anxiety, invasion, panics, mass immigration, antisocial behaviour, rubbish, being taken over, culture clash, demonization, wave of immigration, annual inflow of some 50,000 dependents, a nation heaping up its own funeral pyre, political explosion, swamped by people of a different culture, level of migration has been too high, segregation, ghettoization, multitudes of people, tide of people, crowded island, overcrowded, full to bursting, the city has absorbed immigrants for centuries, benefit takers, waves of people, competitors for new jobs, public anxiety, wishful thinking, miscalculation, welcoming the East, numbers mounted, completely catastrophic, (they thought) their job was at risk, (they thought) wages were undercut, inflation, fear of racism, immigration tinderbox, irreversible, absorbing immigrants …

Dies sind nur einige der Begriffe, die zeigen, dass die verwendete Rhetorik der Wortwahl von Populisten entspricht. Angstmache und „Katastrophisierung“ sind führende Motive. Selbst in positiven Aussagen werden nur negativ konnotierte Begriffe verwendet: “We would be shooting ourselves in the foot, if we restricted one of the main sources of growth which is to allow migrants in who are innovative and who bring skills we wouldn’t otherwise have got.”

Im ersten Jahr hatte ich es unterlassen, die Wortebene mit den Schüler*innen zu untersuchen und zu zeigen: Auch wenn beim Inhalt Ausgewogenheit suggeriert wird, sind die Begriffe doch so gewählt, dass sie bei den Zuschauer*innen nahezu ausschließlich negative Gefühle zum Thema Immigration wecken. Menschen, die einwandern, werden in fast allen Formulierungen entmenschlicht und als Nummern, Wellen, Feuer- und Explosionsherde, Invasoren, Massen, Flüsse, Sümpfe und Fluten beschrieben – kurzum: Naturkatastrophen, die es zu verhindern oder höchstens aus Vernunftgründen zu tolerieren gilt.

Ausgrenzung und Angstmacherei in Wort, Bild und Ton

Wenn die Schüler*innen diese entmenschlichende Rhetorik erkennen, können sie sie auch in Videos, die ihnen heute in ihren Social Media-Kanälen zugesandt werden, bemerken und reflektieren. Ergänzend können sie auch die nichtverbalen Elemente der audiovisuellen Quelle untersuchen:

  • Welche Wirkung haben die gezeigten Bilder?
  • Welche Menschen wurden ausgewählt und wer kommt nicht zu Wort?
  • Welche Themen werden ausgeklammert?
  • Gibt es auch Bilder, die Personen mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam in positiven Kontexten zeigen?
  • Gibt es Bilder von Migrant*innen, die an Universitäten, in Krankenhäusern, in Firmen und Bibliotheken arbeiten?
  • Wie wird Musik genutzt, um eine apokalyptische Stimmung hervorzurufen und das Adrenalin des Zuschauers auf Höchststand zu halten?
  • Was zeigt es uns, dass die wenigen Momente, die mit entspannter, leichter Musik unterlegt sind, die “urbritischen” Veranstaltungen mit Zuchtpferden und -hunden sind, bei denen kaum Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher kultureller oder finanzieller Herkunft beteiligt sind?

In einem neuen Unterrichtsansatz wird die Dokumentation auf diese Gesichtspunkte hin untersucht: Argumente, Bildwahl, Menschen, die zu Wort kommen, Musikunterlegung und vor allem Wortwahl. Das Thema Immigration verdient, dass Schüler*innen lernen, genau hinzuschauen und Quellen kritisch zu hinterfragen. Wer ist der Autor, Nick Robinson? Wo ist sein politisches Zuhause? Und wie konnte ein Fernsehbeitrag wie “The Truth About Immigration” (2014) ein politisches Klima mitbeeinflussen, in dem 2016 der Brexit möglich wurde?

Einstieg: eine Dokumentation über „Immigration“ planen

Als Einstieg sind wir die Frage angegangen, wie eine Dokumentation gestaltet werden kann, die sich mit allen Aspekten des multikulturellen Zusammenlebens beschäftigt. Wenn die Schüler*innen eine Dokumentation mit dem Titel „The Truth about Immigration“ filmen würden:

  • Wie würde diese aussehen?
  • Wen würden sie befragen, wenn sie die Regisseur*innen wären?
  • An welche Drehorte würden sie fahren?
  • Welche Bilder würden sie zeigen wollen?
  • Mit welcher Musik diese unterlegen?
  • Und vor allem: Welche Begriffe würden sie verwenden, um über Menschen zu sprechen, die aus einem anderen Land gekommen sind und nun in der neuen Heimat ein Leben aufbauen?
  • Welche Begriffe und Vergleiche würden sie auf jeden Fall vermeiden wollen?

Hierzu können alle Schüler*innen alle Fragen beantworten oder sich jeweils auf eine Frage konzentrieren. Gemeinsam sammeln die Jugendlichen an Dokumentenkamera oder Whiteboard die Ideen für ihre eigene Dokumentation. So entsteht vor dem Anschauen ein Bild, wie eine Dokumentation aussehen könnte. Die Fragen dieser ersten Aufgabe können auch während des Anschauens als Beobachtungsfragen dienen.

Nach dem Schauen besprechen die Schüler*innen ihre eigene Vorstellung einer ausgewogenen Dokumentation und die Aspekte der BBC-Dokumentation und stellen (hoffentlich) fest: die Kraft von Worten mit starken Konnotationen ist nicht zu unterschätzen.

fotolia 272486204 l 1300x630

LGBTIQ*: Wortschatz zum Thema „Gender“

Das Thema Gender. In den Lehrplänen und Kerncurricula der Oberstufe steht es als fakultatives Thema. Das heißt in der Praxis meist: Das schaffen wir jetzt nicht mehr. Sollten wir aber, weil es wichtig ist. Weiterlesen

Wortschatz anwenden: Eine Million Schüler lernen einander kennen

Videocalls mit Schulklassen im Ausland – ganz ohne lange Suche nach einer Partnerklasse

Fremdsprachen sind ein Tor zur Welt. Aber oft liegt dieses Tor für Fünftklässler in weiter Ferne: Viele kommen erst in höheren Klassen oder nach dem Schulabschluss mit Menschen in Kontakt, mit denen sie authentisch Englisch sprechen können. Und einigen Schülerinnen und Schülern bleibt diese Möglichkeit auf ewig verwehrt. Dabei ist eine Partnerschule oder Partnerklasse zu gewinnen, mit der man sich auf Englisch austauschen kann, einer der besten Wege, Jugendliche fürs Englischlernen zu begeistern, denn endlich gibt es Gleichaltrige, mit denen man auf Englisch kommunizieren kann!

Leider ist es oft schwer, eine Partnerklasse zu finden: Weiterlesen

fotolia 158863650 l 1300x630

Lernvideos im Lateinunterricht

Anbieter, Inhalte und Einsatzmöglichkeiten im Überblick

Viele unserer Schülerinnen und Schüler sitzen nachmittags an ihren Hausaufgaben und verzweifeln regelmäßig. So denkt der Sechstklässler David: „Herr Maier hat mir das mit dem AcI zwar heute erklärt, aber ich weiß einfach nicht mehr, wie das genau funktioniert …“ Was macht David jetzt? Er könnte das Lateinheft frustriert in die Ecke donnern oder die Klassenbeste Julia anrufen. Julias Lateinkenntnisse hat er aber schon gestern in Anspruch genommen, deshalb kommt das nicht in Frage. Das Heft in die Ecke donnern auch nicht, da demnächst eine Klassenarbeit zum AcI ansteht und David dabei gut abschneiden will. Also doch die alte Grammatik rausholen und das Kapitel zum AcI noch einmal durchlesen. Danach ist David genauso schlau wie zuvor. „Die Sprache in der Grammatik ist so gar nicht meine Sprache“, denkt er. Was jetzt? Also doch das Heft in die Ecke pfeffern …?

Der Fall ist ziemlich konstruiert, das ist mir klar, aber dennoch nicht komplett unrealistisch. Für einen Schüler wie David wäre ein Lernvideo zum AcI vielleicht genau das richtige. Weiterlesen

beitragsbild 1300x630 2

Weihnachtswortschatz mit Christmas adverts lernen

Jedes Jahr liefern sich die bekannten Markenhersteller in Großbritannien einen Wettstreit um die beste Weihnachtswerbung. Auch in diesem Jahr fieberten die britischen Medien bereits Ende Oktober der Veröffentlichung der weihnachtlichen Werbevideos entgegen. Eine unterhaltsame Gelegenheit, um Englischschülerinnen und -schüler in Deutschland unter anderem mit weihnachtlichem Wortschatz vertraut zu machen. Weiterlesen

fotolia 113131021 1300x630 2

Sprachen lernen mit Filmen und Serien

Hörverstehen mit Untertiteln verbessen

Video-Streaming wird immer beliebter. Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom meldet, dass die orts- und zeitunabhängigen Video-Angebote zunehmend das klassische Fernsehen verdrängen. Besonders beliebt sind Streaming-Dienste bei jüngeren Zuschauern: 63 Prozent der 14- bis 29-Jährigen gaben laut Bitkom an, dass ihr Fernsehkonsum deutlich zurückgegangen ist, seitdem sie streamen.

Zu den Vorteilen der Dienste gehört auch, dass Nutzer selbst entscheiden können, ob sie Videos in der Originalsprache oder in deutscher Übersetzung sehen möchten. Auch Untertitel lassen sich auf Knopfdruck in verschiedenen Sprachen zuschalten. Und genau hier liegt die Chance, bei einem gemütlichen Videoabend ganz nebenbei auch noch das Hörverstehen in der Fremdsprache zu verbessern. Weiterlesen