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Elektronisches Wörterbuch EX-word

Wörterbücher in der Lehrerausbildung und im Alltag

Wann mir das EX-word zum ersten Mal über den Weg lief

Ich habe nun schon ein paar Blogbeiträge geschrieben. Aber wann ist mir eigentlich das erste Mal ein EX-word, also ein elektronisches Wörterbuch, über den Weg gelaufen? Anfangs dachte ich, dass es an meiner ehemaligen Schule in Buxtehude gewesen sei. Das stimmt aber gar nicht! 😊

Wortschatz und Wörterbuch im Studium

Alle Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrer kennen die Pflichtseminare im Bereich der Fremdsprache aus dem Studium. Die werden wohl an allen deutschen Universitäten ähnlich sein. Von Didaktik bis Phonetik und bei mir als Diplom-Handelslehrerin dann auch noch Wirtschaftsenglisch. Ich habe in Hamburg studiert und bin immer mit dem Zug gependelt, da ich 40 Kilometer außerhalb wohnte. Eine Zeitlang haben wir auch immer mal Wörterbücher mitbringen müssen. Wie hat mich dieses Tragen des „Langenscheidt-Schinkens“ aus meiner Abiturzeit genervt! Ich erinnere mich noch gut an einen Tag im Dezember 2006. Ich war mit meinen Unterlagen für drei Vorlesungen/Seminaren unterwegs, meinem Essen inkl. Wasserflache und Kaffeebecher (die Mensa war echt irgendwann nicht mehr lecker) und dem Wörterbuch. Also ein Rucksack und zwei Taschen – und das mit dem Zug und der S-Bahn im Winter bei Eisregen. Eine wahre Freude! Aber es war notwendig und auch gefordert. Unser Wortschatz wurde ja auch im Studium in sämtliche Bereiche (Wirtschaft, Methodik etc.) erweitert, für intensive Wortschatzarbeit war deshalb ein dickes Wörterbuch unerlässlich.

Eine Mitstudentin hatte tatsächlich damals in einem Wirtschaftsenglisch-Seminar schon ein EX-word dabei, anstatt des dicken, schweren Papierwörterbuches. Das war ungefähr 2007. Sie war allerdings die Einzige und komischerweise ist mir der Gedanke gar nicht gekommen, mir selbst so ein kleines Gerät zu kaufen. Sie durfte es in den Seminaren benutzen, aber es gab auch keinerlei Kommentar oder Empfehlung durch die Dozentin dazu. Eine solche Empfehlung hätte mich wahrscheinlich animiert. Dann hätte ich mich damit auseinandergesetzt und die Funktionen kennen gelernt. Der Vorteil ist ja nicht nur, dass man sich das Geschleppe ersparen kann. Man ist ja auch viel schneller und zielgerichteter beim Suchen. Außerdem hat das EX-word noch weitere Funktionen. Man kann Redewendungen nachschlagen, sich Beispielsätze angucken – mein Lieblingsfunktion für Schülerinnen und Schüler! Man kann ein Wort finden, selbst wenn man nicht genau weiß, wie es geschrieben wird, und durch die „Sprung-Taste“ ein Wort in gleich mehreren Sprachen nachschlagen.

Wörterbuch im Referendariat

Auch an meiner Ausbildungsschule in Hamburg bin ich mit dem EX-word leider gar nicht in Berührung gekommen. Es wurde traditionell mit dem Papierwörterbuch gearbeitet und sie wurden hin- und hergeschleppt. Vor den Klassenarbeiten mussten Schüler*innen organisiert werden, die sich bereit erklären, die Wörterbücher zu holen. Danach mussten wieder welche gefunden werden, um sie zurückzubringen. Vor Abschlussprüfungen habe ich das eh selbst übernommen, weil alles schon am Tag zuvor vorbereitet wurde. Das ist unnötig, kostet Zeit, Nerven und Muskelkraft!

Da ich überwiegend bei den Schifffahrtskaufleuten unterrichtet habe – eine sehr internationale Branche – wäre hier das EX-word wirklich gut aufgehoben gewesen. Alle Azubis hätten die Geräte auch in ihren Betrieben bei internationaler Kommunikation verwenden können. In den EX-word-Geräten sind ja die gängigen zweisprachigen und einsprachigen Wörterbücher vorhanden und wenn man ehrlich ist – ja noch viel mehr! In dem normalen Schülergerät haben wir Wörterbücher für Englisch, Französisch, Spanisch, Latein, die deutsche Rechtschreibung und ein Fremdwörterbuch. Es lohnt sich also für gleich mehrere Fächer und auch wirklich für internationale Kommunikation!

Wünsche für die Zukunft aus meiner Erfahrung

Nach dem Referendariat bin ich dann in Buxtehude an der Berufsbildenden Schule gelandet. Kurz nach meinem Einstieg wurde das EX-Word verbindlich im Beruflichen Gymnasium und in der Fachoberschule eingeführt. Eine wirkliche Bereicherung in sämtlichen Bereichen!

Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass dieses Geschleppe des Papierwörterbuches für alle: Schüler*innen, Studierende, Lehrkräfte, Professorinnen und Professoren ein Ende findet. Alle müssen immer mal wieder ein Wort nachschlagen, auch wenn wir noch so gut in der Fremdsprache sind.

Ich freue mich jeden Tag über mein EX-word und hoffe, dass bald alle davon profitieren können. Wann ist euch eigentlich das EX-word das erste Mal über den Weg gelaufen? Hat es auch so lange gedauert wie bei mir? Ich freue mich über eure Berichte!

Inklusion: Wie ein elektronisches Wörterbuch bei Sehbehinderung hilft

Eigentlich wollte ich einen Blogbeitrag zu einem ganz anderen Thema schreiben. Aber dann wurde ich unerwartet mit diesem Thema kurz vor den Herbstferien in einer 11. Klasse berufliches Gymnasium konfrontiert 😊!

Ex-word als Nachteilsausgleich

Nachteilsausgleiche – am häufigsten bei Lese-Rechtschreib-Schwäche – sind bei uns an der Schule gerade ein brandheißes Thema. Die Schule ist verpflichtet, auf die Schülerinnen und Schüler zuzugehen und herauszufinden, ob ihnen ein Nachteilsausgleich zusteht. Dann muss dieser schriftlich festgehalten werden und allen Fachlehrkräften vorgelegt und von ihnen unterschrieben werden. Nachteilsausgleiche können – wie wir alle wissen – sehr vielfältig sein, von „mehr Zeit“ über „auf einem Laptop schreiben“ bis hin zu „Pausen machen dürfen in den Klausuren/Prüfungen“.

In der besagten 11. Klasse habe ich eine Schülerin mit einer Sehbehinderung von ca. 50%. Dies fällt im normalen Unterricht kaum auf. Eine normale Brille ist für mich noch kein Indiz für so eine starke Beeinträchtigung. Sie liest nur immer extrem dicht am Text – das machen aber andere Schülerinnen und Schüler aus Faulheit auch ab und zu.

Das Mädchen kam also kurz vor den Herbstferien – und kurz vor der ersten Klassenarbeit mit ihrem Nachteilsausgleichsschreiben zu mir. Darin stand, dass ich ihr die Arbeiten vergrößert zur Verfügung stellen muss und sie ein elektronisches Wörterbuch – Modell Ex-word EW-G7000E – benutzen darf. Zudem hat sie auch noch 15 Minuten pro 90 Minuten mehr Zeit, da sie länger fürs Lesen braucht.

Ich muss gestehen, ich habe in dem Moment den Nachteilsausgleich schon gefeiert – später mehr dazu, warum!

Die Vorteile des Ex-word für die Schülerin

Die Schülerin darf das elektronische Wörterbuch im laufenden Unterricht, in den Klassenarbeiten und auch später im Abitur nutzen. Durch das größere Display kommt sie damit viel besser zurecht, als sie es zum Beispiel mit dem (kleineren) Modell EW-G560C käme. Sie stellt den Kontrast der Helligkeit auf die höchste Stufe 5/5 ein, das hilft ihr auch nochmal sehr.

In den ersten Wochen an unserer (für sie neuen) Schule hatte sie das Gerät nicht dabei. Nun mit dem Gerät im laufenden Unterricht bemerke ich eine deutliche Steigerung bei ihrer Teilnahme am Unterricht. Dadurch, dass sie sehr effizient ist in der Handhabung des Gerätes, kann sie sich schnell unbekanntes Vokabular aneignen. Sie legt auch immer gleich neue Favoritenlisten an, um das Vokabular später nochmal zu üben. Dies trägt dazu bei, dass sie sich deutlich besser beteiligt und sicher auch eine bessere mündlichen Note erhält.

Elektronische Wörterbücher bei uns an der Schule

Dieses Modell des Ex-word ist Eigentum der Schülerin – sie hat es schon an ihrer vorherigen Schule benutzen dürfen.

An meiner Schule wird das „kleinere“ Ex-word-Modell in einigen, aber nicht in allen Bereichen eingesetzt. Die Schule besitzt um die 25 Geräte. Diese teile ich mir eigentlich nur mit einem Kollegen und nehme sie regelmäßig mit in meinen Unterricht. Dadurch, dass dies aber nicht alle Englischlehrkräfte tun – wir konnten noch nicht alle überzeugen – werden sie in den Abschlussprüfungen (Abitur, Fachhochschulreife) nicht eingesetzt. Ich versuche eine gute Mischung aus „old school“ Wörterbuch und Ex-word zu machen, damit die Jugendlichen den Umgang mit einem Papierwörterbuch nicht verlernen. Sie arbeiten aber deutlich lieber mit den Ex-words.

Diese Schülerin darf jedoch das Ex-word in ihrer Abiturprüfung aufgrund des Nachteilsausgleichs benutzen. Ich finde das großartig und habe es regelrecht gefeiert, dass dieser Schülerin damit geholfen werden kann. Außerdem ist es ein weiterer Beweis, welchen Vorteil die Ex-word-Geräte gegenüber dem herkömmlichen Wörterbuch haben – das könnte man schließlich gar nicht einfach in einer vergrößerten Variante bestellen und verwenden!

Der Punkt ging definitiv an meinen Kollegen und mich als Verfechter des Ex-words bei uns an der Schule. Wir haben beschlossen, das Thema auf der nächsten Fachsitzung Englisch noch mal auf die Agenda zu setzten. Ich wollte Euch einfach an meinem inneren Triumph teilhaben lassen und freue mich auf Eure Erfahrungen mit Inklusionsschülerinnen und -schülern im Englischunterricht.

 


Beitragsbild: Eva Bär

Wörterbuch-Eintrag zum Lemma dictionary

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